There is no business like show business
Von der Londoner Wigmore Hall zum Burlington House braucht es kaum eine halbe Stunde gemütlichen Spaziergangs. Alljährlich beherbergt Letzteres die Sommerausstellung der Royal Academy of Arts, und das seit 247 Jahren. Die Show ist einzigartig in ihrer Mixtur aus Werken professioneller und dilettierender Künstler (12 000 Bewerbungen hat die in diesem Jahr von Michael Craig-Martin geführte Jury gesichtet, ein Zehntel davon schließlich zugelassen).
Die Verbindung von «Hohem» und «Trivialem», Avanciertem und Traditionellem sorgt jedes Jahr für hochgezogene Brauen unter Fachleuten und Kritikern, erfreut sich aber enormer Beliebtheit beim Publikum. Warum wir das hier erwähnen? Weil «Joyce & Tony – Live at Wigmore Hall» an dieses Konzept erinnert: Trouvaillen – etwa Haydns Solokantate «Arianna a Naxos» – neben leicht Verdaulichem aus den Küchen des Showbiz.
Man liebt Joyce DiDonato in London, ihre Maria Stuarda am Royal Opera House vor einem Jahr war ein Triumph, und die Schlange beim Kartenvorverkauf für dieses nun auf CD veröffentlichte Konzert im September 2014 ging angeblich um den ganzen Häuserblock.
Doch beim Anhören darf es auch Stirnrunzeln geben, nicht nur der Dramaturgie wegen, ...
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Opernwelt September/Oktober 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 49
von Gerhard Persché
Bei der Uraufführung am 28. November 1813 in Neapels Teatro San Carlo sang Isabella Colbran die Titelpartie. Zehn Jahre später gab Giuditta Pasta die korinthische Königstochter in einer überarbeiteten Fassung. Doch bald sollte Simon Mayrs «Medea in Corinto» von Luigi Cherubinis bereits 1797 komponierter «Médée» überflügelt werden – und geriet in Vergessenheit. Ihre...
Herr Tomlinson, eine Ihrer überragenden Rollen war Hagen in Wagners «Götterdämmerung». Warum gerade ein solcher Fiesling?
Eben deswegen! Ich hatte, grundsätzlich gesprochen, für alle meine Rollen Sympathie. Sogar mit Claggart in Brittens «Billy Budd», der nun wahrlich böse ist. Auch für den Ochs im «Rosenkavalier» habe ich eine Schwäche. Der ist ein Kind der Natur –...
Vorn, ganz nah am Wasser des Bodensees, ein in Blau getränkter Raum. Das Refugium des Calaf, zugleich aber auch die Arbeitsklause des Komponisten. Auf dem Klavier windbewegte Noten. Sinnend hockt er da und betätigt eine Spieluhr, wie auch Giacomo Puccini eine besaß. Es ertönt eine Melodie, die nachher auch in dessen letzter, unvollendeter Oper «Turandot» erklingt....
