Tapfere Treffen
Natürlich gehört die Stadt Bayreuth zu den öffentlichen Geldgebern, die das Wagner’sche Sommertheater auf dem Grünen Hügel unterstützen. Es geht ums Renommee und um jenen Hauch von Weltläufigkeit, von dem man in Oberfranken ein ganzes Jahr zehrt – bis die Fanfaren zu den nächsten Festspielen blasen. Ein Opernensemble oder ein Profiorchester, das von September bis Juli spielt, leistet sich die Stadt nicht. Für musikalische Grundversorgung im Winter sorgen teils öffentlich, teil privat finanzierte Gastspiele.
Es kann passieren, dass Christine Schäfer oder Gustavo Dudamel bei Konzerten auftauchen. Was die Oper betrifft, sorgte in finanziell entspannteren Jahren eine «Fränkische Festwoche» für überregionales Niveau. Da reiste Wolfgang Sawallisch mit der ersten Garde der Bayerischen Staatsoper an, um «Così fan tutte» aufzuführen. Später war es das Theater am Gärtnerplatz, das gastierte. Im Jahr 2007 kommt «Così fan tutte» von der Bayerischen Theaterakademie. Es ist also eine Studentenaufführung, die unter dem Etikett der «Fränkischen Festwoche» firmiert. Über ihre Qualität besagt das nichts, wohl aber etwas über den Zustand der städtischen Kassen. Kein Wunder, dass die Ausschreibung ...
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Schwein oder nicht Schwein? Vor den Toren des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin ist die hamletisch angewehte Frage rasch geklärt. Ein Schweinehund sei dieser Don Giovanni, den man sogleich erleben werde, befinden zwei Damen nach Durchsicht des (im Übrigen lesenswerten) Programmbuchs. Betritt wenig später Mikael Babajanyan in azurblauem Samtgewand...
Kein Wald, keine Grotten, keine Innenräume: Schloss Allemonde ist der verfallende Innenhof einer zinnenbewehrten Burg. Durch schiefe Wände brechen ein paar kahle Baumstämme. Wie dem Stück an diesem Ort (Bühne: Helfried Lauckner) zu begegnen ist, beantwortet Brigitte Fassbaender mit Unentschiedenheit. Mal bedient sie den Symbolismus, mal verweigert sie sich ihm.
Die...
«In Osten wob ich. In Westen wand ich». Klingt nach Wagner. Stimmt auch. Das Zitat stammt aus der Kompositionsskizze zu «Siegfrieds Tod» von 1850. Bereits für ihr Weimarer «Rheingold» hatten Regisseur Michael Schulz und Dramaturg Wolfgang Willaschek aus dem Fragment Stoff für einen Prolog gewonnen. Vor Beginn der «Walküre» nun wird die Vorgeschichte der Oper stumm...
