Tanz den Todestango

Alfred Schnittkes Faust-Historia wird in Meiningen so pessimistisch erzählt, wie sie der Komponist gemeint haben dürfte

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Wenn schon in Zeiten Georgs II., des Meininger «Theaterherzogs», das Musiktheater eine mittragende Rolle spielte – schließlich reformierte der liberale Herrscher parallel zur Sprechbühne auch die Hofkapelle und verstand sich mit Brahms ebenso gut wie mit dem Wagner-Flügel –, so findet aktuell, im 200. Geburtstagsjahr des historischen Übervaters, dieser Zweig des Mehrsparten-Hauses sogar besonders konzentrierte Zuwendung. Ablesbar ist das nicht zuletzt in der Programmatik der geplanten Opernpremieren.

Bei Alfred Schnittkes «Faust»-Variante als erster der neuen Saison, zeigte sich solcher (Wieder-)Entdeckungsmut schon rein statistisch: Es war nach der Hamburger Uraufführung 1995 erst die zweite Gesamtinszenierung des Werkes.

Das nun verwundert bei einem Komponisten, der zu den wirkmächtigsten am Ende des vergangenen Jahrhunderts zählt und zudem sein letztes Lebensjahrzehnt in Deutschland verbrachte – wird aber schon nach wenigen Hörminuten einleuchtend. Passt doch dieses Werk von der Hand eines nach mehreren Schlaganfällen körperlich maroden, damit aber auch zunehmend kompromisslosen Künstlers weder klanglich noch geistig in irgendein gewohntes Format. Was man hört, liegt nicht nur ...

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Opernwelt November 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Gerald Felber

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