Ein bisschen Frieden in Neukölln

Das Theaterkollektiv Opera Aperta versucht dem Grauen des russischen Angriffskriegs mit Ironie zu begegnen

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Die Frage ist so alt wie die Kunstform selbst: Wie politisch ist Theater? Kann es das, überspitzt formuliert, überhaupt sein, «politisch» also, wo es doch immanent mit den Schemen der Illusion und des Scheins arbeitet? Welchen gesellschaft -lichen Anspruch vertritt es? Was darf es tun, um Aufmerksamkeit zu erregen? Und wie vermag dieses Theater mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, beim Publikum ein Nachdenken in Gang zu setzen?

Die ukrainische Theatergruppe Opera Aperta gibt auf all diese Fragen in der Neuköllner Oper eine Antwort, die Adorno gewiss nicht gefallen wü

rde, über die sich aber trefflich streiten lässt, so man die Art und Weise der theatralen Präsentation, die Opera Aperta für ihr «Hyperpop-Projekt» mit dem Titel «Vox humana» wählt, in Kauf nimmt. Die Gruppe um Ilia Razumenko («Text, Theorie, Raum»), der sein Konzept am Abend selbst mit Karten, Zeichnungen und Fotos sehr süffisant erläutert – man sieht nur eine Hand mit rosa lackierten Fingernägeln, die über die «Materialien» streicht –, wählt die Ironie als wesentliches Mittel. Es ist eine Ironie, die sich, mit Abstrichen, aus dem Geist von Vladimir Jankélévitch speist: Ironie, die keine Überraschungen mehr ...

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Opernwelt November 2026
Rubrik: Magazin, Seite 94
von Jürgen Otten

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