Tanz auf dem Felsen
Während die Osterfestspiele in Salzburg und Baden-Baden den Wagnerianern mit «Rheingold» und «Lohengrin» die Zeit bis Bayreuth verkürzten, während das hauseigene Symphonieorchester auf Europa-Tournee war, lockte das Opernhaus Zürich die Fans der Alten Musik zu einem neuen ,zehntägigen Festival an die Limmat: «Zürich Barock», ein Defilee der Superstars. Cecilia Bartoli und das Originalklang-Ensemble La Scintilla brachten in Koproduktion mit der Opéra de Monte-Carlo Händels viel geliebte Oper «Giulio Cesare» auf die Bühne.
Raphaël Pichon und das Ensemble Pygmalion waren für Bachs «Matthäus-Passion» angereist. Emmanuelle Haïm und ihr Ensemble Astrée versetzten das Opernhaus schließlich in den Entdecker-Modus: Einstudiert hatten sie die einzige Oper des französischen Geigers, Komponisten und Tänzers Jean-Marie Leclair, «Scylla et Glaucus» von 1746.
Die Aufführung könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft mit dieser weitgehend unbekannten Tragédie en musique sein. Was wiederum ziemlich erstaunlich ist, denn immerhin wurde sie einige Male konzertant aufgeführt und mehrfach auf CD eingespielt, erstmals 1986 von John Eliot Gardiner, dem eigentlichen Wiederentdecker des Werks, ...
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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Lotte Thaler
Die Insel war eines ihrer Lieblingsspiele. Alles was man sich nur wünschen und vorstellen konnte, gab es auf ihrer Insel. Manchmal glaubte Philip fast, daß sie wirklich existierte; dort war er der König und Ellen die Königin, und kein anderer durfte sie betreten – sie gehörte ihnen allein.» («Die verzauberte Stadt», Edith Nesbit 1858–1924)
Kinder denken oft in...
Es muss Außergewöhnliches, ja, Einzigartiges anstehen, wenn ein Komponist mitten im Stück nicht nur Tonund Taktart wechselt, sondern dazu noch drei Fermaten und direkt davor ein morendo notiert. Still also muss es sein, nein: sterbensstill, bevor Fritz, der Pierrot, sein Loreley-Lied «Mein Sehnen, mein Wähnen» anstimmt, in geheiligtem Des-Dur und süß-sahnigstem pia...
Eine Weile war es Mode, Wagners Tetralogie auf vier Regisseure zu verteilen. Das Ideal der stringenten Erzählung eines einzigen Leitungsteams wurde dem Versprechen multipler Perspektiven auf das monumentale Werk geopfert. In Köln liegt der im vergangenen Oktober begonnene «Ring» ganz klassisch in der Hand eines Teams. Doch nach der «Walküre» fragt man sich, wo sich...
