Tanz auf dem Felsen

Starke Wiederentdeckung: Emmanuelle Haïm und Claus Guth bringen in Zürich Jean-Marie Leclairs «Scylla et Glaucus» heraus

Opernwelt - Logo

Während die Osterfestspiele in Salzburg und Baden-Baden den Wagnerianern mit «Rheingold» und «Lohengrin» die Zeit bis Bayreuth verkürzten, während das hauseigene Symphonieorchester auf Europa-Tournee war, lockte das Opernhaus Zürich die Fans der Alten Musik zu einem neuen ,zehntägigen Festival an die Limmat: «Zürich Barock», ein Defilee der Superstars. Cecilia Bartoli und das Originalklang-Ensemble La Scintilla brachten in Koproduktion mit der Opéra de Monte-Carlo Händels viel geliebte Oper «Giulio Cesare» auf die Bühne.

Raphaël Pichon und das Ensemble Pygmalion waren für Bachs «Matthäus-Passion» angereist. Emmanuelle Haïm und ihr Ensemble Astrée versetzten das Opernhaus schließlich in den Entdecker-Modus: Einstudiert hatten sie die einzige Oper des französischen Geigers, Komponisten und Tänzers Jean-Marie Leclair, «Scylla et Glaucus» von 1746.

Die Aufführung könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft mit dieser weitgehend unbekannten Tragédie en musique sein. Was wiederum ziemlich erstaunlich ist, denn immerhin wurde sie einige Male konzertant aufgeführt und mehrfach auf CD eingespielt, erstmals 1986 von John Eliot Gardiner, dem eigentlichen Wiederentdecker des Werks, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Lotte Thaler

Weitere Beiträge
Manchmal leuchten die Sterne eben doch

Das Geständnis ist kurz. Kaum zwei Minuten dauert die schwärmerische B-Dur-Arie «Donna non vidi mai simile a questa!», in der Des Grieux mit lakonischen Worten erklärt, dass er noch nie eine solche Frau gesehen habe – und dass er sich ohne Umschweife heillos in sie verliebt habe: «Io t’amo.» Ihre Stimme ist es zuallererst, die ihn im Innersten berührt, dabei hatte...

Das volle Sortiment

Diese Reportage über einen Besuch in Osnabrück muss mit einem flammenden Plädoyer beginnen. Dafür nämlich, dass ein Theater unbedingt ins Zentrum einer Stadt gehört und nirgendwohin sonst. Nicht in eine verkehrsberuhigte Zone, die vor wie nach der Vorstellung ausgestorben ist; nicht in einen verschlafenen Stadtteil jenseits des Zentrums oder in einen relaxten...

In Wotans Zuchtstation

Eine Weile war es Mode, Wagners Tetralogie auf vier Regisseure zu verteilen. Das Ideal der stringenten Erzählung eines einzigen Leitungsteams wurde dem Versprechen multipler Perspektiven auf das monumentale Werk geopfert. In Köln liegt der im vergangenen Oktober begonnene «Ring» ganz klassisch in der Hand eines Teams. Doch nach der «Walküre» fragt man sich, wo sich...