Don't worry, be happy!

Gilbert & Sullivan: Die Piraten von Penzance an der Volksoper Wien

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Gut sehen tue ich schlecht, aber schlecht hören tue ich gut»: Was spitze Zungen zuweilen als angebliches Kriterium für die Aufnahme in die Zunft der Musikkritik nennen, bildet im Falle der «Pirates of Penzance» die Grundbedingung des Stücks. Zumindest zu 50 Prozent.

Weil nämlich Ruth, einst Kinderfrau in einem respektablen englischen Haushalt, nicht besonders gute Ohren besitzt, hat sie sich damals glatt verhört – und Frederic, das Söhnchen ihres Herrn, nicht etwa weisungsgemäß zu einem «pilot», einem Seelotsen, ausbilden lassen, sondern zu einem «pirate» – einem Freibeuter, Bukanier, Flibustier. So weit, so shocking.

An der Wiener Volksoper ist Ruth freilich nicht aus dem selbst schon etwas betagten, fragwürdig gewordenen Rollenfach der komischen Alten besetzt, sondern eine gute Generation jünger: Johanna Arrouas erheitert nicht nur durch einen hinzugefügten schwyzerdütschen Akzent, sondern wirkt in der deutsch-englischen Textadaption durch Jennifer Gisela Weiss auch akustisch noch glaubwürdiger, wenn sie die verlangte «private school» mit einer «pirate school» verwechselt …

Teilübersetzungen und Eingriffe, Rahmenhandlung und Umdichtungen, mehrfaches Durchbrechen der vierten ...

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Opernwelt Mai 2026
Rubrik: Panorama, Seite 71
von Walter Weidringer

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