Strauss'sche Kontraste
Zwischen diesen beiden jüngst erschienenen «Arabella»-DVDs liegen Welten: hier die klassische Fernseh-Verfilmung im Playback aus dem Jahr 1977, dort die Wiederaufnahme einer Götz-Friedrich-Inszenierung als Live-Mitschnitt aus Zürich.
Bei Otto Schenks Filmversion erfreuen erlesen beleuchtete, prachtvolle Räume des 19. Jahrhunderts und lebendige Kamerafahrten mit intensiven Nahaufnahmen. Die Regie bleibt dezent. Gundula Janowitz ist eine darstellerisch etwas betulich wirkende Arabella, bleibt aber mit ihrem charakteristisch silbrigen Sopran gesanglich souverän.
Bernd
Weikl gibt einen in Saft und Kraft stehenden, vielleicht allzu auftrumpfenden Mandryka. René Kollo bleibt als Matteo vergleichsweise blass, während Sona Ghazarian ihr Los des als Zdenko verkleideten Mädchens mit überzeugender Wehmut in der Stimme gestaltet. Georg Solti pflegte vor dreißig Jahren mit den Wiener Philharmonikern den opulenten Klang, setzt aber auch scharfe Akzente, die die Tonspur brillant wiedergibt.
In Zürich dagegen stellen die Sänger (im kühlen Art-Déco-Ambiente von Gottfried Pilz und Ines Glathar) Menschen des 20. Jahrhunderts dar. Renée Fleming singt und spielt die Paraderolle des überreifen Mädchens, ...
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