Apropos... Teufel
Herr Pape, Sie haben als Knabe im Dresdner Kreuzchor oft vom Teufel singen müssen. Haben Sie als Kind auch an den Teufel geglaubt?
Ach wo, ich habe an den Teufel genauso wenig geglaubt wie an Gott. Der Teufel ist erst in mein Leben getreten, als ich ihn auf der Bühne dargestellt habe. Außerdem bevorzuge ich die Bezeichnung Mephisto. Das klingt nicht so negativ.
Ist der Teufel, pardon: Mephisto, denn nicht böse?
Für mich ist er einfach ein Erzengel, der genauso aus dem Himmel geflogen ist wie ich von der Schule.
Und wie Gott als Idee in uns gedacht ist, gehören eben auch die mephistophelischen Seiten zum Menschen. Dass man andere beschimpft, sich kleine Gemeinheiten erlaubt oder den Leuten auch nur mal kräftig die Meinung sagt, das ist einfach so. Und auch die sexuellen Versuchungen, in die Mephisto den Faust führt, sind doch ein Bestandteil unseres Lebens, den wir brauchen wie die Luft zum Atmen und das tägliche Brot. Unsere tägliche Versuchung gib uns heute! Zumindest mir geht das so.
Außerdem übt Mephisto ja in seinem «Lied vom goldenen Kalb» sogar handfeste Kapitalismuskritik. Damit ist er ja hoch aktuell!
Für mich ist Mephistopheles ohnehin der eigentliche starke Mann in Gounods ...
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