Strauß: Die Fledermaus
Es muss ja nicht gleich alles auf silvestertaugliche Nostalgiebilder hinauslaufen, die Strauß’ «Fledermaus»-Phantasmagorie aus der Spätphase der k. u. k.-Monarchie zur seligen Walzerparade verharmlosen, wenn der in Polka, Galopp und Dreischritt eingeschriebene Hintersinn des Stücks auf der Bühne Gestalt annehmen soll. Jene morbide Wiener Sozietät der Eisensteins, Falkes, Orlofskys & Co., die in souverän gespielter Heiterkeit und elegant maskiert am Abgrund taumelt bzw. auf dem Vulkan tanzt.
Jenes aus allen Ritzen des Librettos und der Musik drängende süße Gift, das die bürgerliche «Sitte» zugunsten allfälliger Libertinage außer Kraft setzt: Chacun à son goût. Aber man muss das champagnerselige Treiben auch nicht gleich ruhig stellen, um die Nachtseiten dieses «irrwitzigen Trugspiels» (Volker Klotz) in den Blick zu rücken.
Dass Entschleunigung im Fall der «Fledermaus» weniger zu kritischer (Selbst-) Erkenntnis als zu gepflegter Langeweile führt, hat Joachim Schlömer nun in Bonn vorgeführt. Bei seinem ersten Operetten-Regieversuch lässt er den ersten Akt vor einem knallroten, geschlitzten Hochflorteppich (Bühne: Jens Kilian) spielen, aus dem bald Alfred in Puszta-Outfit (bemüht: ...
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Er ist ein rücksichtsloser Gewaltmensch, der alternde Führer der ukrainischen Kosaken. Um sich politischen Einfluss und militärische Macht zu verschaffen, dient Mazeppa sich dem russischen Zaren an. Allerdings – sein politisches Ziel ist die Lösung der Ukraine aus der Bevormundung durch Russland und Polen. Dafür verbündet er sich selbst mit seinen Feinden – und...
Irgendwo in der Südsee lebt Erwin (Anne-May Krüger), der, wenn er nicht gerade in seiner Hängematte schläft, mit seinen Freunden, den «Dschangel Kings», den ganzen Tag Musik macht. Eines Tages landet der staatlich geprüfte Audiologe Professor Hoggins (James Martin) mit seinem Tonbandgerät auf der Suche nach den Stimmen und Klängen seltener Tiere auf der Insel....
Nach dem Festival kamen die Abrissbagger. Das Theatre Royal, das fünfundfünfzig Jahre lang das Opernfestival von Wexford beherbergt hatte, ist nicht mehr. Für das Festival selbst und für das irische Opernleben insgesamt sollen jedoch große Zeiten anbrechen: Anstelle des ausgedienten alten Theaters wird ein neues, modernes Opernhaus gebaut, das erste seiner Art...
