Stimme(n) der Nation
Die die Gruppe zusammenkittende Tanzmusik dieser Jugendgang kommt aus dem Gettoblaster, ihr Anführer namens «Duca» grabscht alles Weibliche in seinem Gesichtskreis schamlos ab, und dann ist da noch der behinderte Kerl, der dem Chef die Chicks zuführt. Nicht so sehr der treffgenaue, gut funktionierende Verdi-Verfremdungswitz dieser «Rigoletto»-Inszenierung im HipHop-Milieu ist hier das Besondere, auch nicht die gut und voll klingenden Stimmen samt der vitalen, rhythmisch angespitzten Tonfülle aus dem Orchestergraben.
Es ist vor allem der Ort, der diese Opernaufführung so einzigartig macht: das Joseph Stone Theatre, in einer farbigen – nicht schwarzen – Nachbarschaft gelegen, am Fuße des Tafelbergs in Kapstadt. Die betonraue, nur mit dem Nötigsten ausgestattete Bühne wird aber offenbar von ihren Benutzern heiß geliebt, man sieht es an den liebevoll mit Fotos vieler farbenprächtiger Veranstaltungen ausgestatteten Schaukästen in den Garderobengängen.
Hier nun, am südlichen Ende der Musiktheaterwelt und an der äußersten Peripherie der Kunstgattung dazu, gibt die Cape Town Opera (CTO) ziemlich kräftige Lebenszeichen von sich. Isoliert und auf sich gestellt – das nächste und einzige ...
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Kein Bühnenwerk Hans Werner Henzes ist geeigneter, die katalysatorische Rolle seines Schaffens im zeitgenössischen Kunstbetrieb fühlbar zu machen, als die 1966 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführte Opera seria «Die Bassariden». Noch 42 Jahre später zeigt die Münchner Neuinszenierung, wie es um das Stück und seine Wirkung bestellt ist – besonders dank einer...
Ildebrando Pizzetti gehört zusammen mit Alfredo Casella, Gian Francesco Malipiero und Ottorino Respighi zu jenen um 1880 geborenen italienischen Komponisten, die die Vorherrschaft der veristischen Oper brechen und sich verstärkt wieder an der Tradition der Instrumentalmusik orientieren wollten. Heutzutage ist ihr Schaffen, mit Ausnahme von Respighis populärer...
Herr Jenis, die Partie des Renato in Verdis «Un ballo in maschera» zählt zu den wichtigen Rollenporträts Ihres Fachs. Da liegt es auf der Hand, Sie mit anderen Baritonen zu vergleichen. Wollen wir?
Nein, wir wollen nicht. Vergleiche nützen nichts.
Das heißt, Sie vergleichen sich selbst nicht mit anderen herausragenden Stimmen, nach dem Motto: Denen komme ich...
