Stimme(n) der Nation
Die die Gruppe zusammenkittende Tanzmusik dieser Jugendgang kommt aus dem Gettoblaster, ihr Anführer namens «Duca» grabscht alles Weibliche in seinem Gesichtskreis schamlos ab, und dann ist da noch der behinderte Kerl, der dem Chef die Chicks zuführt. Nicht so sehr der treffgenaue, gut funktionierende Verdi-Verfremdungswitz dieser «Rigoletto»-Inszenierung im HipHop-Milieu ist hier das Besondere, auch nicht die gut und voll klingenden Stimmen samt der vitalen, rhythmisch angespitzten Tonfülle aus dem Orchestergraben.
Es ist vor allem der Ort, der diese Opernaufführung so einzigartig macht: das Joseph Stone Theatre, in einer farbigen – nicht schwarzen – Nachbarschaft gelegen, am Fuße des Tafelbergs in Kapstadt. Die betonraue, nur mit dem Nötigsten ausgestattete Bühne wird aber offenbar von ihren Benutzern heiß geliebt, man sieht es an den liebevoll mit Fotos vieler farbenprächtiger Veranstaltungen ausgestatteten Schaukästen in den Garderobengängen.
Hier nun, am südlichen Ende der Musiktheaterwelt und an der äußersten Peripherie der Kunstgattung dazu, gibt die Cape Town Opera (CTO) ziemlich kräftige Lebenszeichen von sich. Isoliert und auf sich gestellt – das nächste und einzige ...
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