Aus der Zeit gefallen

Jürgen Otten über den Zauber der Dresdner Uraufführung von Manfred Trojahns Musiktheater «La grande magia»

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Die Welt ein Gedankengebäude. Ein Gespinst aus Ideen nur. Immer wieder fasziniert diese Idee, die Arthur Schopenhauer einst formulierte, als eine Möglichkeit, sich vor ihr als tatsächlichem Gegenstand zu schützen. Die Welt als Wille und Vorstellung, das ist mehr als nur ein Titel eines unzweifelhaft bedeutenden Werkes, das nicht zufällig eine der geis­tessprungtauglichsten Triebfedern für Wagners «Ring» war, sondern immanent das umschrieb, wofür unsere Fantasie so nützlich ist.

«Keine Wahrheit ist also gewisser», so notiert es – apodiktisch – der Philosoph Schopenhauer gleich im ers­ten Paragraphen seines Opus magnum, «von allen unabhängiger und eines Beweises weniger bedürftig, als diese, dass Alles, was für die Erkenntnis da ist, also diese ganze Welt, nur Objekt in Beziehung auf das Subjekt ist, Anschauung des Anschauenden, mit Einem Wort, Vorstellung.»
Man tut gut daran, sich diesen Satz ins Gedächtnis zu rufen, wenn man in die Dresdner Oper geht, um dort die neue Oper von Manfred Trojahn anzusehen. «La grande magia», frei nach Eduardo de Filippos 1948 verfasstem gleichnamigen Schauspiel auf ein (poetologisch äußerst handliches, zugleich weit blickendes) Libretto von Christian ...

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Opernwelt Juli 2008
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Jürgen Otten

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