Stileinheit

Rolando Villazón überrascht mit ­Monteverdi

Opernwelt - Logo

Ihre Antworten sind so unmissverständlich wie ihre Art, Musik zu machen: «Es gibt keine Spezialisten und Nicht-Spezialisten, es gibt nur Stimmen, die passen, und Stimmen, die nicht passen.» Damit sind alle weiteren Fragen, warum Emmanuelle Haïm sich vor Jahresfrist für Ian Bostridge als Orfeo und nun für Rollando Villazón als Testo im «Combattimento di Tancredi e Clorinda» entschieden hat, überflüssig.
Das Ergebnis gibt ihr Recht. Wer glaubt, dass sich Villazón in Monteverdis Klangwelten ausnimmt wie ein Pfau im Innenraum des Kölner Doms, irrt.

Villazón trumpft auf, aber er übertrumpft nicht. Er singt kraftvoll, leidenschaftlich, aber auch diskret und schonend, stets mit Raffinement und in durchdachter Kongruenz mit dem mal duftig, mal kernig aufspielenden Concert d’Astrée. Auch Befürchtungen, dass sich Villazón im vokalen Zusammenspiel mit Topi Lehtipuu und der klangzaubernden Patrizia Ciofi als einsamer, dynamisch kraftstrotzender Vorkämpfer im Schlachtgetümmel erweisen würde, erfüllen sich nicht. Den Hörer erwartet vielmehr eine gelungene Synthese aus jener tenoralen Schlankheit, die sich in der Alte-Musik-Bewegung Bahn gebrochen hat, und einer selbstbewussten, selbst bei ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2007
Rubrik: CDs, Seite 52
von Christoph Vratz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Rossini von der besten Seite

Mit der zweiten Premiere der Saison, dem «Barbiere di Siviglia», ist dem neuen General Manager der Met, Peter Gelb, nach der ständig ausverkauften neuen «Butterfly» in der Inszenierung Anthony Min­ghellas ein weiterer Coup gelungen: Für die erste Aufführungsserie waren bereits am Tag nach der Premiere keine Karten mehr zu bekommen – bei Preisen bis zu 375 Dollar...

Theo Adam

Am 2. Dezember stand Theo Adam zum letzten Mal auf der Bühne der Semperoper: in der Partie des Eremiten («Der Freischütz»), die er bereits 1949 während seiner ersten Spielzeit in Dresden gesungen hatte. Seiner sächsischen Heimat ist der Bass-Bariton auch in politisch schwierigen Zeiten treu geblieben. Aufgewachsen in der Tradition des Kreuzchores wurde Theo Adam...

Jung geblieben

Ein trüber Novembernachmittag in Bayern, Volkstrauertag. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass in den Wohnzimmern Friedhofsruhe herrscht. Für viele Kinder des Sende­gebiets ist die Stunde von fünf bis sechs der Höhepunkt des Wochenendes – vor dem Radiogerät. Auf Bayern 4 Klassik meldet sich Julia Schölzel, Moderatorin der Sendung «Doremikro»: Ins Studio ist ein...