Sternstunde eines «Stück-Werks»
Stück-Werk» hieß das Ziel, das der Stuttgarter Opern-Intendant Klaus Zehelein 1997 ausgab, nachdem er sich mit dem für die geplante Neuinszenierung von Wagners «Ring des Nibelungen» vorgesehenen Regisseur Johannes Schaaf zerstritten hatte und eine andere Lösung suchte. Dass das Ganze das Unwahre sei, hatte er einst bei Adorno gelernt. «Wagners Arbeit am Ring», so die zentrale Aussage seines Konzepts, «zeugt von der Obsession des Denkens des wahren, geschlossenen Ganzen ebenso wie von der Erfahrung, dass aus den Stücken nie ein Ganzes, Geschlossenes geschaffen wird».
Garant für diese Hinterfragung, ja Dekonstruktion der Totalität, die die Brüche und Narben von Wagners Gesamtkunstwerk an der Wende zum 21. Jahrhundert offenlegen wollte, sollte die Verpflichtung von vier verschiedenen Regieteams sein. Das «Ganze» mussten sich die Zuschauer selbst zusammensetzen. Trotz des Medien- und Publikumserfolgs wurde es ein «Stück-Werk» im doppelten Wortsinn, weil zwei der vier Teile («Rheingold» und «Walküre») an der analytisch-visionären Durchdringung der Partitur scheiterten – und doch war es ein weit nachwirkender Paradigmenwechsel, der in der jüngsten Geschichte der «Ring»-Inszenierungen nur ...
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Opernwelt 12 2022
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Uwe Schweikert
Nun also auch Basel. Mehr als 40 trübe Jahre lang hat man Wagners «Ring» in der schmucken Universitätsstadt nicht mehr gesehen. Und weil Benedikt von Peter, Intendant des dortigen Theaters, das Großformatig-Diskursive liebt, begnügt er sich nicht einfach mit einer Neuinszenierung der Tetralogie, sondern stockt die ambitionierte Unternehmung gleich zu einem...
Fantasiestücke
Mit «Eugen Onegin» und «Pique Dame» erlangte er Weltruhm. Wesentlich weniger bekannt sind zwei Opern von Peter Tschaikowsky, die nun in Frankfurt und Düsseldorf in neuen Inszenierungen zu erleben sind und die gleiche poetische Wirksamkeit besitzen: «Die Zauberin» sowie «Die Jungfrau von Orléans». Wir lassen uns gerne inspirieren.
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63. JAHRGANG, NR 12
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