Jungdynamisch
Von einigen Theatern erhält man neuerdings Emails mit dem freundlichen Angebot, beim Kauf einer Eintrittskarte eine zweite dazu geschenkt zu bekommen – nur eine der vielen Rabattmaßnahmen, mit denen das mancherorts ausbleibende Publikum wieder angelockt werden soll. Das Theater Hagen toppt diese Köderpolitik mit einem absolut konkurrenzlosen PR-Coup: Anknüpfend an den Erfolg der Sommeraktion des bundesweiten 9-Euro-Tickets für den Nahverkehr bietet das Theater bis zum Ende des Jahres ebenfalls ein solches Ticket an.
Sprich: Für neun Euro pro Monat können sämtliche Vorstellungen des Mehrspartenhauses besucht werden; ausgenommen sind nur Spielplanrenner wie die Weihnachtsshow und Auftritte prominenter Kabarett-Größen. Mit dieser Aktion will man neues, junges Publikum gewinnen, das dem Haus bislang fernblieb. Die Idee kommt nicht überall gut an, die freie Szene etwa klagt zu Recht über Wettbewerbsverzerrung. Allein, einen Versuch ist es wohl wert in diesen schwierigen Zeiten.
Bei der Premiere von Offenbachs Opéra bouffe «Die schöne Helena» scheint jedenfalls die Rechnung aufzugehen: Das Theater ist ausverkauft. Darunter viel junges Volk, das, sobald auf der Bühne Pointen und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt 12 2022
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Regine Müller
All das Neue, was die Musikstadt Wien seit Beginn dieser Saison durchweht, hat mit dem Anfangen noch gar nicht aufgehört: Die Intendanzwechsel im Theater an der Wien sowie an der Volksoper haben erst eine kleine Handvoll an Produktionen nach sich gezogen, die grosso modo beim Publikum gut bis sehr gut angekommen sind – dazu gleich mehr. Im Haus am Ring hingegen hat...
Ich hab’ eine Oper g’schrieben, da ist alles logisch d’rin», lässt Georg Kreisler den imaginären Komponisten seines «Opernboogies» mit dem schönen Titel «Der Ritter trifft die Ritterin unter einer Linde» behaupten. Die Frage, ob Kreislers an den Paradoxa der Oper rüttelnder Humor auch Mozart und Beethoven amüsiert hätte, erübrigt sich allein historisch. Auf jeden...
Im Zusammenhang mit Johann Simon Mayr fällt dem Autor dieser Zeilen stets der Aphorismus ein, den der Literat Alfred Polgar gleichsam virtuell in eine Marmortischplatte des Wiener «Café Central» ritzte: Mancher Komponist hätte Opern und Symphonien geschrieben und lebte doch nur in einer Fußnote der Musikgeschichte weiter. Im Falle Mayrs bezieht sich diese auf das...
