Starke Stücke

Hindemiths «Cardillac» und Zemlinskys «Eine florentinische Tragödie» in exzellenten Neuaufnahmen

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Drei Novitäten pro Saison herauszubringen, war das Minimum, als Alexander Zemlinsky Musikdirektor des «Neuen Deutschen Theaters» (der heutigen Staatsoper) in Prag war. Novität meint: ein Stück, das noch nie zuvor am Haus gespielt worden war. Meistens war das ein Werk, das druckfrisch aus dem Verlag kam.

Gerade einmal vier Monate nach der Uraufführung brachte Zemlinsky Richard Strauss’ «Intermezzo» in Prag auf die Bühne, fünf Monate lagen zwischen der Wiener Uraufführung von Ernst Kreneks «Jonny spielt auf» und Zemlinskys Produktion, nur fünf Monate auch zwischen der Uraufführung von Paul Hindemiths «Cardillac» in Dresden und der Aufführung durch Zemlinsky in Prag (die beiden letzten Werke in derselben Saison).

Dabei zeigte Zemlinsky große Toleranz, was die Stilistik angeht: Er selbst führte, etwa in seinem Einakter «Eine florentinische Tragödie», die opulente, wienerisch getönte Spätromantik fort mit einer traumwandlerischen Sicherheit in der Beherrschung der orchestralen Mittel (da steht er Richard Strauss in nichts nach). Das hinderte ihn aber nicht, Hindemiths «Cardillac» zu dirigieren, wo das spätromantische Orchester mit seinen kunstvollen Mischklängen zu einem Ensemble wird, ...

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Opernwelt Juli 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 35
von Clemens Haustein

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