Star im Ensemble
Waldemar Kmentt, der am 2. Februar seinen 80. Geburtstag feierte, war über ein halbes Jahrhundert eine Wiener Opern-Institution und in seinem Stimmfach einer der vielseitigsten Sänger seiner Zeit. 78 Partien in fast 1500 Vorstellungen hat er allein an der Wiener Staatsoper gesungen, seine Bandbreite reichte dabei von Gluck bis Cerha. 1951 wurde er Ensemble-Mitglied des Hauses, wo er sich nach Edelwurzen rasch zu seinen lyrischen Fachpartien vorarbeitete.
Vier Jahre später war er bei der Wiedereröffnung des im Krieg zerstörten Opernhauses Jaquino in einem von Karl Böhm dirigierten «Fidelio». Im gleichen Jahr trat er erstmals bei den Salzburger Festspielen auf, wo er sich – immerhin neben der Konkurrenz von Dermota, Gedda und Simoneau – als ein führender Mozart-Sänger profilierte.
In den sechziger Jahren entwickelte er sich konsequent zum lyrisch-dramatischen Tenor, sang nicht nur Verdi- und Puccini-Partien, sondern auch Bacchus, den Kaiser in «Die Frau ohne Schatten» und schließlich, als Höhepunkt, Walther von Stolzing bei den Bayreuther Festspielen 1968. In dieser Zeit, die den Zenith seiner Karriere markierte, gastierte er an nahezu allen großen europäischen Opernhäusern, ohne ...
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Ihre Treue wurde der «Nymphe» bisher kaum gelohnt: Obwohl die 1732 zur Eröffnung des neuen Theaters von Verona komponierte «Fida ninfa» lange Zeit die einzige in einer modernen Edition zugängliche Vivaldi-Oper war, hatte das keine ernst zu nehmende Gesamteinspielung zur Folge. Selbst die Chance der hochkarätig besetzten Produktion bei den Potsdamer Musikfestspielen...
Musetta kennt man als kokette, notorisch zickende Diva, die in Koloraturen zwitschert und auch sonst wenig Bodenhaftung hat. Bei Puccinis «La Bohème» ist sie eher eine Randfigur, die ab und zu mit ihrem Temperament die melancholische Melodienseligkeit der Oper aufwirbelt. Ruggero Leoncavallo hatte sich schon vorher für die Geschichten aus Henri Murgers 1848 in...
Er gehört zur Pioniergeneration der Wiederentdeckung der alten, vorbarocken Musik: Alfred Deller war der Erste, der die in England nie ganz ausgestorbene Stimme des männlichen Altus zu neuem Leben erweckte, und er ist bis heute einer der faszinierendsten Vertreter dieses Fachs geblieben. Als Michael Tippett ihn 1944 im Übungsraum der Chorschule in Canterbury hörte...
