Editorial
Unser Österreich-Korrespondent zuckte nur mit den Achseln: Eine Überraschung sei das nicht. Jeder habe es erwartet. Nehmen wir also zur Kenntnis: Der Chef der Salzburger Festspiele heißt ab Herbst 2011 Alexander Pereira. Schon als Gerard Mortier nach zehn ungemein produktiven Jahren Salzburg verließ, war Pereira im Gespräch. Und dann wieder, als Mortiers Nachfolger Peter Ruzicka nach fünf glanzlosen Jahren abtrat. Jetzt also, beim dritten Mal... Eine dritte Wahl ist der amtierende Zürcher Opernchef deshalb keineswegs. Ein großer Hoffnungsträger allerdings auch nicht.
Jedenfalls dann nicht, wenn man Festspiele als das versteht, was sie ursprünglich einmal sein sollten: ein Experimentierfeld, auf dem möglich ist, was der Theateralltag zu Hause nicht hergibt, ein Versuch mit offenem Ausgang, ein permanenter Ansatz zur ästhetischen Innovation, zur Selbstbefragung, zur Mischung aus Subversion und Zwischenbilanz.
Angesichts solcher Worte würde nun wahrscheinlich die Salzburger Findungskommission mit den Achseln zucken: Leicht ist das hinzuschreiben; die Gemengelage derer, die an der Salzach mitreden, aber ist komplex. Und gemeinsam ist allen eigentlich nur eines: Am Ende geht’s ums Geld. ...
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