Staatstheater
Der Frage, wie es Wagner in Bayreuth zurzeit geht, nähert man sich am besten durch den Park der Villa Wahnfried. Weit kommt man nicht, den Weg versperrt ein Bauzaun, an dem ein Banner hängt. Darauf steht in hellgrauen Buchstaben: Bitte um Verständnis. Dahinter liegt das, was vom Park, wie man ihn kennt, übrig ist. Es ist nicht viel.
Im Sommer 2015 soll hier das Richard-Wagner-Museum wiedereröffnen, neu gestaltet und erweitert, zwei Jahre nach dem Wunschtermin im Wagner-Jahr 2013.
Wagners Wohnhaus ist entkernt und grundsaniert, im Garten steht schon der Erweiterungsbau: drei Etagen, davon zwei unter der Erde, der Rohbau ist fast fertig. Hier soll die Bayreuther Festspiel-Geschichte erzählt werden. In Wahnfried geht es dann um Wagners Leben; im benachbarten Siegfried-Wagner-Haus, wo einst Hitler am Kamin saß, um die Rezeptionsgeschichte von Wagners Werk. Mit den hellen und den dunklen Kapiteln. An diesen Räumen wird das Museum gemessen werden – und an diesen Räumen entbrannte in den Gremien die heftigste von vielen Auseinandersetzungen. Wo einst Hitler wohnte und Wieland und Wolfgang Wagner Kriegsgeschichten erzählte, sollte ursprünglich das Museumscafé einziehen. Als dies auf Kritik ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Reportage, Seite 54
von Florian Zinnecker
An Giacomo Meyerbeers Tod nahm ganz Europa Anteil: Am 6. Mai 1864, vier Tage nach seinem Hinschied, begleiteten drei Musikkorps der französischen Armee die von sechs Pferden gezogene Kalesche mit seinem Sarg. Mehr als zwei Stunden dauerte die Prozession über die Champs-Elysées und die Boulevards zum Pariser Nordbahnhof, wo der Wartesaal für die offizielle...
Auf seiner Website nennt er sich «Saddo», vom englischen sad. Dabei klingt seine
Lebensgeschichte gar nicht so traurig. Der britische Tenor Christopher Gillett steht seit 35 Jahren auf der Bühne, überall. An der Scala, in Aix, in Los Angeles. In London hat er einst unter Carlos Kleiber gesungen, Rodrigo in Verdis «Otello». Kürzlich half er an der Seite von Diana...
Der Lustschrei aus dem Auditorium gleich nach dem letzten Akkord des «Don Giovanni» erinnert an die Zuschauer-Hysterie zu Zeiten Karajans, und obwohl Nikolaus Harnoncourt einmal als «Un-Karajan» bezeichnet wurde, scheint vieles nicht unähnlich: ekstatische Publikumsreaktionen, der Medien-Hype und die -Verwertung. Als Ersatz für die wegen des unpässlichen Regisseurs...
