Staatstheater
Der Frage, wie es Wagner in Bayreuth zurzeit geht, nähert man sich am besten durch den Park der Villa Wahnfried. Weit kommt man nicht, den Weg versperrt ein Bauzaun, an dem ein Banner hängt. Darauf steht in hellgrauen Buchstaben: Bitte um Verständnis. Dahinter liegt das, was vom Park, wie man ihn kennt, übrig ist. Es ist nicht viel.
Im Sommer 2015 soll hier das Richard-Wagner-Museum wiedereröffnen, neu gestaltet und erweitert, zwei Jahre nach dem Wunschtermin im Wagner-Jahr 2013.
Wagners Wohnhaus ist entkernt und grundsaniert, im Garten steht schon der Erweiterungsbau: drei Etagen, davon zwei unter der Erde, der Rohbau ist fast fertig. Hier soll die Bayreuther Festspiel-Geschichte erzählt werden. In Wahnfried geht es dann um Wagners Leben; im benachbarten Siegfried-Wagner-Haus, wo einst Hitler am Kamin saß, um die Rezeptionsgeschichte von Wagners Werk. Mit den hellen und den dunklen Kapiteln. An diesen Räumen wird das Museum gemessen werden – und an diesen Räumen entbrannte in den Gremien die heftigste von vielen Auseinandersetzungen. Wo einst Hitler wohnte und Wieland und Wolfgang Wagner Kriegsgeschichten erzählte, sollte ursprünglich das Museumscafé einziehen. Als dies auf Kritik ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Reportage, Seite 54
von Florian Zinnecker
Zumindest an der Monnaie-Oper in Brüssel ist Philippe Boesmans im Olymp der Komponisten angekommen. Seit der Uraufführung von «Au monde» prangt sein Namenszug in goldenen Lettern auf einem Emblem unter der Brüstung der rechten Proszeniumsloge, in bester Gesellschaft der Kollegen Mozart, Monteverdi und Wagner. Die Enthüllung fand nach dem begeisterten...
Don Giovanni»: ein (Komödien-)Tohuwabohu. Aber auch die Jagd aller auf alle. 1789, ein Jahr nach der Wiener Erstaufführung, bricht die Französische Revolution aus, die sich auch in Österreich schon abzeichnete, sogar in Mozarts kompositorische Strukturen einging: Wenn in der Tanzszene im ersten Finale Adels-Menuett, bürgerliche Contredanse und bäuerlicher Ländler...
Impulsiv, mit jugendlichem Charme, ehrgeizig: So hat sich der Israeli und Ex-Barenboim-Assistent Omer Meir Wellber in den letzten Jahren nach vorn dirigiert. An der Semperoper geht er nach Strauss erstmals Mozart an, alle drei da Ponte-Opern soll er hier in der nächsten Zeit leiten. Der Einstieg glückt: In «Così fan tutte» überzeugt er mit engagierter, präziser...
