Ohren putzen
Der Lustschrei aus dem Auditorium gleich nach dem letzten Akkord des «Don Giovanni» erinnert an die Zuschauer-Hysterie zu Zeiten Karajans, und obwohl Nikolaus Harnoncourt einmal als «Un-Karajan» bezeichnet wurde, scheint vieles nicht unähnlich: ekstatische Publikumsreaktionen, der Medien-Hype und die -Verwertung. Als Ersatz für die wegen des unpässlichen Regisseurs (Martin Kusej) ausgefallene «Così-fan-tutte»-Neuinszenierung brachte das Theater an der Wien im März an sechs Spieltagen alle drei da-Ponte-Opern mit Nikolaus Harnoncourt und dem Concentus Musicus. Konzertant.
Freilich, auf die reine Hörbühne wollte man dann nicht und bot eine halbszenische Version, die ein wenig nach Schülertheater roch.
Egal. Das Publikum kam ohnehin, um zu hören, welche Funken Altmeister Harnoncourt aus «Le nozze di Figaro», «Don Giovanni» und «Così fan tutte», treue Weggefährten seines akribischen Wirkens seit dem Zürcher Mozart-Zyklus in den 1980er-Jahren, schlagen würde. Man wurde nicht enttäuscht, der Maestro suchte den Leuten mit einer kontrastreichen, vielfältig nuancierten Interpretation und manchem völlig neu ausgehörten Detail frische Mozart-Ohren zu verpassen. Viele Rubati und Generalpausen ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Gerhard Persché
Unter den Dokumentarfilmern, die sich für Musik interessieren, nimmt Bruno Monsaingeon einen besonderen Rang ein. Der Franzose ist ausgebildeter Geiger und verkehrt mit Musikern sozusagen in ihrer Sprache. Das hat ihm nicht nur Türen, sondern auch Herzen geöffnet. Monsaingeon interessiert sich für die eher scheuen, oft schwierigen Künstler, die ihren Weg abseits...
arte
1.5. – 5.10 Uhr
Bach: Kantaten.
Münchner Barockorchester L’arpa festante, Ralf Otto.
Solisten: Dorothee Mields, Gerhild Romberger, Georg Poplutz, Klaus Mertens.
2./6./12.5. – 5.00 Uhr
Mozart: Die letzten zwei Symphonien.
Luzern 2013. Berliner Philharmoniker, Simon Rattle. Symphonie Nr. 40 g-moll und 41 D-Dur.
4.5. – 17.05 Uhr (4)
4.5. – 17.30 Uhr (5)
4.5. – 18.00 Uhr...
Das Jahr 1933 brachte für viele in Deutschland die Katastrophe: Entweder waren sie jüdischer Herkunft oder aber «links» orientiert – am fatalsten wirkte sich aus, wenn beides zusammenkam. Dabei waren die Konnotationen keineswegs einheitlich. Es gab weitgehend assimilierte Juden, zum Teil areligiös – und bisweilen sogar «deutsch» bis zum Nationalen hin. Dann...
