Das sagt sich nicht
Derart irisierend ereignen sich Richard Wagners utopische Augenblicke womöglich nur in Frankreich. Der Solo-Oboist des Orchestre National du Capitole beglaubigt das Bekenntnis zur Empathie so einfühlsam, er umspielt die Parsifal-Stimme des Nikolai Schukoff derart liebevoll («sehr zart» schreibt die Partitur für diese Pianissimo-Phrase vor), dass der durch Mitleid wissend gewordene reine Tor erst in diesem Vorgang der Verschmelzung mit dem seinerseits wissenden Orchesterkommentar seine heilende Wirksamkeit entfalten kann.
«Du weinest», singt Parsifal der Kundry mit hingebungsvoller halber Stimme zu und setzt dialektisch vielsagend die erlöste Natur preisend hinzu: «... sieh, es lacht die Aue!» Der Karfreitagszauber als musikalisches Mysterium. Die Wagner durch Schopenhauer vermittelte Lesart einer Ethik der «Compassione» schwingt vernehmlich mit. Und diese Weitung weg vom kirchlich Konfessionellen ins Allgemeingültige setzt Aurélien Bory fort, der in Toulouse die Funktionen des Bühnenbildners und Regisseurs verbindet.
Um seine «Parsifal»-Visionen in die Tat umzusetzen, blendet der für seine Installationen bekannte Bory bereits zum Vorspiel des Ersten Aufzugs munter umherhüpfende ...
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Opernwelt März 2020
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Peter Krause
Irgendwann an diesem Abend durchfliegt einen der Gedanke an Beethovens «Eroica». Und die Frage, wie viele Musiker wirklich nötig sind, um dieses symphonische Schlüsselwerk angemessen zu interpretieren. Während heute bis zu 80 Musiker auf dem Konzertpodium sitzen, waren es bei der Uraufführung der Symphonie anno 1803 im Palais des Fürsten Lobkowitz gerade einmal...
Warum Franz Schrekers letzte Oper eines Tages den Weg auf den Spielplan belgischer Bühnen finden musste, erklärt schon der Titel: «Der Schmied von Gent». Die Opera Vlaanderen hat das Werk jetzt an ihren Spielstätten in Antwerpen und Gent herausgebracht – mit einem drastischen Bezug auf ein dunkles Kapitel der Geschichte Belgiens. Freilich schwimmt die flämische...
arte
01.03. – 17.40 Uhr
Maurizio Pollini spielt Beethoven: Klaviersonaten Nr. 31 und 32
Herkulessaal der Münchner Residenz, 2019
01.03. – 23.55 Uhr
Mozart: Thamos, König in Ägypten
La Seine Musicale, 2018, ML: Equilbey, I: Soulard, S: Piau, Martin, Van Mechelen
09.03. – 05.00Uhr
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Sächsische Staatsoper Dresden, 2016, ML: Thielemann, I: Mielitz, S:...
