Spieglein, Spieglein auf dem See, wo ist nur mein Kanapee?

Die Bregenzer Festspiele feiern ihren 80. Geburtstag mit Verdis «La traviata» und Janáčeks komisch-satirischer Oper «Die Ausflüge des Herrn Brouček»

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Bregenz ist ein Ort des Musiktheater-Superlativs. Jedenfalls wenn es um die Festspiel-Seebühne geht. Hier lassen sich Operninszenierungen in Mengenangaben bemessen. Knapp 1300 Quadratmeter ist die witterungsbeständige Spielfläche der neuen «La traviata»-Produktion groß; 400.000 Liter Seewasser befüllen das seit Philipp Stölzls «Freischütz»-Inszenierung existierende Wasserbecken vor der Bühne, eine Art Infinity Pool, ein See vor dem See, der eine Kontinuität in der Wasserhöhe garantiert. Was in einem so trockenen Sommer wie dem des Jahres 2026 durchaus keine Nebensache ist.

Wobei sich hier gleich eine grundsätzliche Frage anschließt: Was für eine Rolle spielt Wasser eigentlich in «La traviata»? Das letzte Werk aus Giuseppe Verdis Erfolgs-Trilogie ist das intimste, fragilste. Drei Akte spielen in Paris, einer in einer Landhausidylle. Natur ist hier, anders als in den beiden vorausgegangenen Meisterwerken «Rigoletto» und «Il trovatore», eine maximal zurückgedimmte Größe. Wenn man sich also fragt, weshalb die «Kameliendamen»-Oper auf der Seebühne noch nie gespielt wurde, könnte man darin eine Antwort finden. Sicher war das ein zentrales Problem, mit dem sich Regisseur Damiano ...

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Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Alexander Dick

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