Viel mehr als nur exotisch

Klassische Moderne aus Südkorea: Young-jo Lees «Tcheo Yong» in Paris, Berlin und Wien

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Die koreanische Pop-Welle hat längst sämtliche Ufer der östlichen und westlichen Hemisphäre erreicht, und Han Kangs Aufstieg zur Literatur-Ikone ist keine Ausnahme, sondern fast der Regelfall, den auch der deutsche Buchmarkt mit einer schier unübersehbaren Fülle von Übersetzungen bestätigt. Das koreanische Musikdrama kam diesen Entwicklungen zuvor, wurde jedoch im Ausland kaum wahrgenommen, weil sich westliche Beobachter nur für Kabuki-Theater und Peking-Oper interessierten.

Deren koreanisches Pendant, das – allerdings bedeutend jüngere – traditionelle Genre Changgeuk, fußt auf dem epischen Volksliedstil der Halbinsel, genannt Pansori. Dank Achim Freyers 2011 in Wuppertal gezeigter Inszenierung von «Mr. Rabbit and the Dragon King», ein Gastspiel des Nationaltheaters Seoul, gelangte diese Gattung erstmals nach Deutschland; ab 2016 erschienen auf Englisch und Französisch die ersten substanziellen Publikationen zu diesem Phänomen.

Moderne koreanische Opern nutzen neben europäischen Techniken das Pansori und andere autochthone Überlieferungen. Das kreative Potenzial solcher Konstrukte aus Alt und Neu, aus Fremd und Vertraut ist beträchtlich. Und äußerst faszinierend. Wer der ewigen ...

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Opernwelt August 2024
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Volker Tarnow

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