Nur ein Ding für sich
Alexander Sergejewitsch Dargomyschski (1813–1869) war einer der wichtigsten russischen Komponisten, eine Art Brückenbauer zwischen den Komponisten des «Mächtigen Häuflein» und Michail Glinka. Als Teenager erhielt er dessen Segen, und dieser «kleine Mann, [...] der mit einer schrillen Sopranstimme sprach» (Glinka), wurde nicht nur zum Autor der schönsten und weithin beliebten Romanzen, er komponierte auch zwei lyrische Werke, die für die Entwicklung der russischen Oper maßstabsetzend und stilbildend wurden.
Ohne den «Stei -nernen Gast» wären Mussorgskis Neuerungen kaum möglich gewesen, und ohne Dargomyschkis «Russalka» hätte es viele Opern von Rimski-Korsakow so nicht gegeben. In letzter Zeit ist Dargomyschski jedoch aus dem Theater- und Konzertrepertoire des Landes verschwunden, nur der «Steinerne Gast» taucht als theatralisches Kuriosum gelegentlich auf russischen Bühnen auf. Weit ärger traf den Komponisten das allmähliche Verschwinden seiner «Russalka». Seine ohnehin fragile Gesundheit litt beträchtlich, und nicht wenige Beobachter bringen dies sogar mit seinem frühen Tod in Verbindung. Heute gilt Dargomyschkis «Russalka», und das nicht nur in seiner Heimat, als echte Rarität.
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Opernwelt August 2024
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Alexej Parin
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