Solo für Lichtklavier
Thom Luz ist ein Zauberer. Seit 2007 macht er Theater, meist phantastische Werke, in denen man sich wie in einem feinen Gespinst gerne verheddert, in Träumen hellwach. Einige Male war Luz schon zum Berliner Theatertreffen eingeladen, viele seiner Arbeiten, so man sie sehen durfte, lagern sich in der Erinnerung in einer Sedimentschicht des Glücks ab. Dann denkt man beispielweise an einen Parcours, den der Regisseur im aufgegebenen, aber als Ort noch existenten, ehemaligen Hörspiel-Rundfunkstudio in Basel inszenierte.
Man wanderte durch die verlassenen Räume, in denen noch Dinge herumstanden, mit denen man Welt fürs Hören nachahmen kann. Eine Treppe etwa mit verschiedenen Belägen. Der Parcours war auch ein sehr musikalischer: Immer wieder begegnete man singenden oder ein Instrument spielenden Menschen. Wie überhaupt Musik, oft in unfassbar zarter Erscheinungsform, in Luz’ Arbeiten eine große Rolle spielt. Und doch hat er bislang keine Oper inszeniert. Jetzt schon. Am Opernhaus Zürich gab er sein Debüt. Mit Humperdincks «Hänsel und Gretel». Das Debüt des Jahres.
Es ist keineswegs so, dass Luz zum ersten Mal in diesem Opernhaus ist. Er war elf Jahre alt, als er, gebürtiger Zürcher, ...
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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 34
von Egbert Tholl
Fast möchte man sagen: Mit Andreas Homoki wäre das nicht passiert. Aber vielleicht war gerade dies Zweck der Übung des neuen Intendanten Matthias Schulz: sich von seinem Vorgänger am Zürcher Opernhaus abzusetzen. Irritierend war die einigermaßen instinktlose Idee, seinem Gastland, der Schweiz, und seinem Arbeitgeber gleich in der zweiten Produktion seiner ersten...
Blutjung
Ein genialer Kopf, dem nur wenig Lebenszeit vergönnt war: der Dirigent und Komponist Peter Ronnefeld. 1965 starb er mit 30 Jahren, gerade Generalmusikdirektor in Kiel, ein Mann für kommende, große Aufgaben. Die Oper Bonn, wo er 1961 Chefdirigent wurde, macht sich nun um den vom Vergessen bedrohten Künstler verdient und setzt sein Bühnenwerk «Die Ameise»...
Ich lehne Partien ab, die viel Schreien verlangen.» Ein Credo. Renato Bruson sang sie dann trotzdem, aber eben auf seine Art. Er hat all die Schurken, Sonderlinge und zwielichtigen Kerle zu sich herangeholt und ihnen andere, manchmal neue Facetten eröffnet. Auf dem Zenit seiner Karriere bildete der Italiener den Gegenentwurf zum sieben Jahre älteren Landsmann Piero...
