Solo für Lichtklavier
Thom Luz ist ein Zauberer. Seit 2007 macht er Theater, meist phantastische Werke, in denen man sich wie in einem feinen Gespinst gerne verheddert, in Träumen hellwach. Einige Male war Luz schon zum Berliner Theatertreffen eingeladen, viele seiner Arbeiten, so man sie sehen durfte, lagern sich in der Erinnerung in einer Sedimentschicht des Glücks ab. Dann denkt man beispielweise an einen Parcours, den der Regisseur im aufgegebenen, aber als Ort noch existenten, ehemaligen Hörspiel-Rundfunkstudio in Basel inszenierte.
Man wanderte durch die verlassenen Räume, in denen noch Dinge herumstanden, mit denen man Welt fürs Hören nachahmen kann. Eine Treppe etwa mit verschiedenen Belägen. Der Parcours war auch ein sehr musikalischer: Immer wieder begegnete man singenden oder ein Instrument spielenden Menschen. Wie überhaupt Musik, oft in unfassbar zarter Erscheinungsform, in Luz’ Arbeiten eine große Rolle spielt. Und doch hat er bislang keine Oper inszeniert. Jetzt schon. Am Opernhaus Zürich gab er sein Debüt. Mit Humperdincks «Hänsel und Gretel». Das Debüt des Jahres.
Es ist keineswegs so, dass Luz zum ersten Mal in diesem Opernhaus ist. Er war elf Jahre alt, als er, gebürtiger Zürcher, ...
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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 34
von Egbert Tholl
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