So viel Glück

Vivaldi: Il Giustino an der Berliner Staatsoper

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In der Bühnenmitte steht eine Art Auge, Linse oder Fokus, darin dreht sich zuweilen Fortunas Rad, meistens aber öffnet sich eine Aussicht, auf das Meer zum Beispiel. Von rechts und links ragen Kulissen hinein wie im Barocktheater, aber sie sind schon ein bisschen beschädigt und ruiniert – als hätte man sie irgendwo gefunden und würde sie jetzt wiederverwenden.

 

Das Bühnenbild von Vivaldis «Il Giustino», mit dem die Berliner Staatsoper ihre Barocktage eröffnet, enthält schon alle Elemente der Inszenierung von Barbora Horáková: Thilo Ullrichs Szenerie schiebt das Bedeutungsvolle und das Zufällige ineinander; ob und wie diese Versatzstücke zusammenpassen, ist von untergeordneter Wichtigkeit. Das Bühnenbild wirkt unruhig, und das ist die Inszenierung im besten Sinne auch. Eva-Maria Van Ackers Kostüme haben die gleiche Wirkung: Eine Art Barock in der Unterhose auf der einen Seite, daneben aber auch Commedia dell’Arte, Sondereinsatzkommando und Friesennerz. Horáková macht aus Vivaldis Opernbeitrag zum Römischen Karneval des Jahres 1724 eine Nummernrevue von erheblichem Unterhaltungswert. Den eben auch szenisch sichtbaren Fokus legt sie dabei auf die Frage des «Glücks». Doch das greift ...

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Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Panorama, Seite 30
von Peter Uehlig

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