Der Gesang der Buckelwale
Vor Spitzbergen sieht man sie manchmal. Wenn sie an diesem Archipel ankommen, haben die trotz ihrer Länge (bis zu 17 Metern können es sein) im Grunde niedlichen Tierchen eine lange Reise hinter sich; der Weg aus den polaren und tropischen Meeresgebieten nach Norwegen ist weit – sehr weit, wenn man bedenkt, dass Buckelwale mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von sieben Kilometer pro Stunde eher zu den langsameren Fahrern auf den maritimen Straßen zählen. Hat man dann aber das Glück, sie aus der Gischt heraufsteigen zu sehen, dann ist jede Beschränkung vergessen.
Buckelwale zählen zu den imposantesten Bewohnern der Weltmeere. Und das nicht nur wegen ihrer mächtigen Gestalt. Da ist noch etwas anderes. Es ist ihr Gesang. Und dieser Gesang ist mehr als inspirierend. Er ist gigantisch.
Wer weiß, vielleicht hat Ann-Beth Solvang als kleines Kind im südwestnorwegischen, unweit der Küste gelegenen Städtchen Kwernaland, wo sie aufgewachsen ist, unbewusst den Gesang der Buckelwale gehört. Denn neben seinem spezifischen Klang zeichnet sich dieser Gesang vor allem durch seine enorme Tessitura aus. Wenn man nun die Rollen durchgeht, die diese Ausnahmesängerin in ihrem Leben schon gestaltet ...
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Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Porträt, Seite 54
von Jürgen Otten
Altmeister
Wer glaubte, Jossi Wieler würde sich nach Ende seiner Zeit als Intendant der Staatsoper Stuttgart erst mal ausruhen, sah sich schnell getäuscht. Von Bühne zu Bühne, von Stück zu Stück hastet der renommierte Regisseur, im Schauspiel, in der Oper. Auffällig ist dabei eine Neigung zu zwei absoluten Antipoden: da Elfriede Jelinek, dort Richard Wagner. Ein...
Ja selbst die Dümmsten, ja, die wirklich Doofen,
Die wissen: Hier, der Dings aus Bonn, der Typ
Der taub war und der deshalb ganz schön trüb
Gelaunt war und viel Zeit vor’m Zimmerofen
Verbrachte und den Rest der Zeit die Strophen
Der neunten Symphonie nach Schiller schrieb
Und dabei immer nur Zuhause blieb,
Ganz heiß gar auf stets neue Katastrophen!
Wie hieß der...
Einige der Bilder dieses Abends am Théâtre La Monnaie behaupten sich in einer Art von surrealem Selbstbewusstsein. Etwa die lebensgroße Kuh samt dazugehörigen Bilderbuchmägden – auf das sich Baron Ochs mit frischgemolkener Milch bekleckern kann. Oder die weißen, langsam aufsteigenden Luftballons, mit denen die Überreichung der Silberrose illustriert wird. Die...
