So seicht, so leicht

Salieri: La scuola de’ gelosi
Köln | Oper im Staatenhaus

Opernwelt - Logo

Den Anfang machte Cecilia Bartoli. Als sie 2003 ihr Salieri-Album herausbrachte, ging mit der Bewunderung für die vokale Virtuosität der italienischen Mezzosopranistin ein generelles Umdenken in der Causa Antonio Salieri einher.

Mehr und mehr verblasste der (durch Miloš Formans Film «Amadeus» ins öffentliche Denken implantierte) Mythos einer eifersüchtigen Feindschaft zwischen dem Wiener Hofkapellmeister und seinem vermeintlichen Kontrahenten Wolfgang Amadeus Mozart, setzte sich die (historisch belegbare) Gewissheit durch, dass hier ein zwar anderer, aber doch nicht wesentlich geringer begabter Genius am Werk gewesen war.

Auch die Opernhäuser haben dieser Erkenntnis insofern gehuldigt, als dass sie lang verborgene Werke Salieris auf ihre Spielpläne setzten; zuletzt waren das etwa der «Falstaff» am Theater an der Wien (die «Wiederentdeckung der Saison» 2016/17), «Les Horaces» in Versailles und Wien, «La fiera de Venezia» in Schwetzingen sowie, allen anderen voran, die spritzige Komödie «La scuola de’ gelosi», die nach den Stationen Legnano, Jesi und Florenz 2017 an der Wiener Kammeroper zu sehen war und nun, als Übernahmeproduktion im Staatenhaus, auf die Bühne der Oper Köln ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Jürgen Otten

Vergriffen
Weitere Beiträge
Eiskalte Beziehungen

Seit dieser Spielzeit ist Heribert Germeshausen Intendant der Dortmunder Oper – ein neugieriger Theatermann, der schon in Heidelberg gezeigt hat, wie moderne Oper in Repertoire und Publikumsansprache funktionieren (und überleben) kann. Auch in Dortmund traut er sich was und holt jetzt – als deutsche Erstaufführung – mit Luca Francesconis anspruchsvollem...

Schubkraft

Ende des Monats ist es wieder so weit: Fedora, getragen vom European Circle of Philanthropists of Opera and Ballet, ruft zur Preisverleihung nach Venedig. Eine Opern- und eine Ballettproduktion werden ausgezeichnet und erkleckliche Beträge einstreichen. Der Name Fedora taucht zwar immer mal auf, aber wer und was verbirgt sich eigentlich dahinter? Das Netzwerk...

Utopien der Freiheit

Drei Anläufe unternahm Beethoven, ehe er mit seiner einzigen Oper «Fidelio» ans Ziel kam. Aber er war nicht der Erste, der Jean-Nicolas Bouillys angeblich auf eine wahre Begebenheit zurückgehendes Libretto «Léonore, ou l’Amour conjugal» bearbeitete. Das Sujet vereint mit dem Kampf gegen willkürliche Tyrannei und dem siegreichen Triumph der Liebe archetypische...