Foto: Ludwig Olah
So nah, so fern
Wieder am 2. April.
Manchmal sieht man es erst auf den dritten Blick. Wenn Vaters schmuckes Jackett speckige Flecken bekommt, wenn Mutter nur noch Billigstfleisch beim Discounter kauft – oder wenn das Kind nicht mit auf Klassenfahrt kann: Es strauchelt sich schnell in exakt jenem sozialen System, in dem der wahre Status getarnt sein will.
Existenznot beginnt mit kleinen, verhängnisvollen Schritten – nur ob dafür Georg Büchner und Alban Berg die richtigen Anwälte sind? Auf eine Stilisierung, die nicht zu Voyeurismus einlädt und Peinliches provoziert, hat sich die Regie beim «Wozzeck» ja seit Längerem verständigt. Umso überraschender, wenn eine Inszenierung wie am Staatstheater Nürnberg zur Konkretisierung, zur Verdinglichung, viel riskanter: zur Aktualisierung drängt.
Der Abgrund, so suggeriert es Georg Schmiedleitner, klafft also nicht nur vor kleinstädtischen Soldatenfamilien Anfang des 19. Jahrhunderts. Auch der Mittelstand anno 2017 muss sich in Acht nehmen. Es geht den Wozzecks nicht gut. Ledersofa, viele Amazon-Kartons mit Elektronikware, doch an den Wänden finden sich kleine rote Parolen. Und als das Kind einmal sein Plüschtier mit dem Gürtel schlägt, so wie es Papa immer mit dem Hauptmann ...
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Opernwelt April 2017
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Markus Thiel
Ein Kastrat, dem bisher noch nicht gehuldigt wurde?! Antonio Maria Bernacchi. In ihm fand der junge Farinelli 1727 in Bologna bei einer Art Wettsingen seinen Meister, wie Franz Haböck in seiner Studie «Die Gesangskunst der Kastraten» berichtet. Das Ergebnis: Farinelli, obgleich bereits erfolgsverwöhnt, ging bei dem älteren Sänger, dem Begründer der späteren...
Ägypten
Kairo
Cairo Opera
Tel. +20-2-736 73 14
info@cairoopera.org
www.cairoopera.org
– Madama Butterfly: 11., 12., 13., 14.
Argentinien
Buenos Aires
Teatro Colón
Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Wagner, Das Liebesverbot: 25. (P), 28., 29., 30.
ML: O. von Dohnanyi, I: Holten, B: Aarfing, S: Davidsen/Livieri, Hinojosa/Ferracani, Lodahl/Pollitzer, Hübner/Devebec
Austr...
Den Biedermann gibt’s immer und überall. Max Frisch karikierte in ihm nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem Hörspiel und einer Komödie den saturierten Bürger. Ein halbes Jahrhundert später machte der 1978 in Prag geborene und in Wien lebende Komponist Šimon Voseček daraus eine kleine, handliche Oper, die – 2013 im Wiener Semperdepot uraufgeführt und 2015 in...
