«So mutig bin ich nicht!»
Herr Alagna, mit Rollen wie Énée und dem Cid haben Sie sich enorm entwickelt. Ist Vasco da Gama jetzt der größte Schritt für Sie?
Énée war ein viel größerer, ebenso Lancelot in «Roi Arthus» kürzlich in Paris. Und wenn man «Pagliacci» und «Cavalleria rusticana» an einem Abend singt, ist das auch kein Kinderspiel ... Also: nein, eigentlich nicht. Mit Eléazar in «La Juive» nächstes Jahr in München wird es für mich wieder schwieriger. Aber ich unterteile Rollen auch nicht in «leichte» oder «schwere».
Uns Sängern geht es immer darum, das Unmögliche zu erreichen – in jeder Partie. Man richtet sich das Leben nach Kräften unbequem ein! Ich dachte schon oft: Das schaff ich nicht. Und dann ging es doch.
Haben Sie zur Vorbereitung die großen Sänger der Grand Opéra studiert, etwa Léonce Escalais und César Vezzani?
Sicher! Ich bin Melomane und habe zu Hause eine große Schallplattensammlung. Auf einen idealen Meyerbeer-Sänger könnte ich mich allerdings nicht festlegen, die Opern sind einfach zu unterschiedlich. Dieser Komponist kommt mir wie ein Maler vor, der mal Öl, mal Pastell, mal eine Gouache-Technik verwendet. Sie können «Robert le Diable» kaum mit der «Africaine» und die wiederum nicht mit ...
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Opernwelt September/Oktober 2015
Rubrik: Magazin, Seite 88
von Kai Luehrs-Kaiser
Frau Breedt, Sie sind leidenschaftliche Golferin. Was hat dieser Sport eigentlich mit dem Singen zu tun?
Viel! Golfen bedeutet kontrolliertes Loslassen. Erforderlich ist ein genauer Bewegungsablauf ohne zu viel Kraftaufwand, vor allem aber die richtige Balance. Wenn man sich beim Schlag zu sehr versteift, fliegt der Ball nicht richtig. Und wenn man beim Singen zu...
Sicher, Pesaro geht in Sachen Rossini weiter mit Riesenschritten voran. Aber «Rossini in Wildbad», das kleine Gegenstück im Nordschwarzwald, belegt ebenso unangefochten einen ehrenvollen zweiten Platz. Und als Raritätenschürfer betätigen sich beide Festivals. «L’inganno felice» («Der glückliche Betrug»; Venedig, 1812 – der Komponist war noch keine 20) stand 2005...
Fünf Holzstühle, vorn rechts. Fünf Grablichter. Vor jedem Stuhl eines. Sonst ist nichts zu sehen, wenn zu Beginn des dritten Aufzugs die Streicher trauertrunken, «mäßig bewegt», in sehrendem Klageton verkünden, dass dem liebesglühend-todessüchtigen Paar auf Erden wohl nicht mehr zu helfen ist. Kareol liegt im Dunkel. Im opaken Dunst eines Nirgendwo. Zum leeren...
