So machen's nicht alle
Sie kochen auch nur mit Wasser, die exklusiven königlichen Schweden, und da sie nichts anderes vorgeben, wird es so schon seine Richtigkeit haben. Sie haben aber auch insofern leichtes Spiel, als ihnen zwei veritable Stars zur Verfügung stehen. Zum einen das historische Schlosstheater Drottningholm, ein verführerisches Juwel mit mozart-zeitlicher Atmosphäre, zum anderen mit Marc Minkowski eine Dirigentenpersönlichkeit, die nachhaltig diese Opera buffa über drei Stunden trägt und prägt.
Rasant sprudeln Musik und Handlung – hier glitzert und zischt und sprüht es im Graben, während auf der Bühne leider Klamauk überwiegt. Als Gaudi für Touristen lässt sich die Anstrengung jedoch nicht abtun, dafür stecken zu viel Seriosität und Kenntnis im musikalischen Detail.
Kurzum: Die alte Parole «prima la musica» bekommt hier erfreulichen Rückenwind. Auch weil, ganz ohne big names, ein Qualitätsensemble ans Werk geht, in dem die Damen den Ton angeben. Eine junge Besetzung der gehobenen Mittelklasse, einige dürften eine gute Zukunft vor sich haben, womöglich bald weiter oben Fuß fassen. Allen voran die Darstellerinnen des Schwesternpaars. Die aus Rumänien stammende Ana Maria Labin ist mit ihrem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Panorama, Seite 60
von Walter Gürtelschmied
Frau Rebeka, Sie haben unter anderem in Pesaro studiert. Kommt man damit automatisch zu Rossini?
Nein. Ursprünglich wollte ich niemals Rossini singen. So viele Noten! So komplizierte Verzierungen! Rossini ist trotzdem ein Schicksalskomponist für mich. Meine erste Bühnenerfahrung war in Parma ein «Barbiere di Siviglia» für Kinder. Ich wusste, dass die Accademia in...
Zu den Uraltklischees über Neue Musik gehört die Behauptung, sie sei hässlich, kalt, rein konstruiert: bloße Gehirnkunst, von Gehirnmenschen, nur etwas für seelenlose Wesen. Nun gehören zu bedeutender Kunst auch hohe Bewusstheit, Konzept, Kalkül, Präzision von Plan und Ausführung; und zum Kulturbetrieb Institutionen, Organisation und Management. Naturwüchsig...
Ich bin neulich beim Zappen in den Anfangsszenen irgendeines neuen «Don Giovanni» gelandet. Lang blieb ich nicht dabei, weil der Titelheld von einem dieser überfitten Baritone gesungen wurde – ich hatte einfach keine Lust darauf zu warten, dass er sich das Hemd vom Leib reißt. Don Giovanni hab ich mir nie eitel vorgestellt. Wenn man rund um die Uhr damit...
