So leicht, so schön

Wagners «Tristan» als Kinderoper, gewitzt in Szene gesetzt von Dennis Krauß

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Wagners «Tristan und Isolde», dieses weltverneinende, erotisch aufgeladene Opus metaphysicum, als Oper für Kinder? Dem jungen Regisseur Dennis Krauß gelingt das bei den Bayreuther Festspielen erstaunlich leicht, indem er das romantische Märchen herauspräpariert, das – von den «Meistersingern» abgesehen – eigentlich in allen Opern Wagners steckt. Weil die Kinder in der Kulturbühne Reichshof ebenso wenig wollen wie Brangäne, dass Isolde Tristan vergiftet, kriegen die beiden einen Liebestrank ab, der König Markes Pläne durcheinanderbringt.

Schließlich gibt es wie an jedem richtigen Hof auch an dem Markes fiese Intriganten wie Melot, der den edlen Ritter Tristan im Zweikampf verwundet. Doch ausgerechnet, als alles wieder gut werden könnte, weil sich herausstellt, dass der vermaledeite Liebestrank schuld war, muss Tristan sterben. Was das Märchen zu einem traurigen macht.

Was man hier als Erwachsener lernen kann, ist, dass in dieser «Handlung in drei Aufzügen» doch mehr äußere Handlung steckt, als man im Lauf der Jahre hinter all den philosophischen Schichten zu sehen verlernt hat. Denn Krauß, ausgebildet an der Berliner Musikhochschule «Hanns Eisler» und mit ersten eigenen Arbeiten in ...

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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Festspiele Bayreuth, Seite 22
von Michael Stallknecht

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