Skandale, Stillstand, Aufbruch
Viel Freude kommt nicht auf, wenn man die vergangene Saison der Moskauer Musiktheater Revue passieren lässt. Vor allem deren Flaggschiff, das Bolschoi Theater, machte mehr mit Skandalen als mit spektakulären Aufführungen auf sich aufmerksam. Das Säure-Attentat auf Ballettdirektor Sergei Filin, das der Solotänzer Pavel Dmitritchenko in Auftrag gegeben haben soll, weil seine Lebensgefährtin Angelina Woronzowa nicht die Schwanenkönigin tanzen durfte – offenbar angestiftet von Woronzowas Lehrer Nikolai Ziskaridse.
Die Entlassung Nikolai Ziskaridses, der Unterschriften gegen Intendant Anatoli Iksanow gesammelt hatte. Schließlich der Fall der Primaballerina und Putin-Sympathisantin Swetlana Sacharowa, die sich nicht damit abfinden wollte, dass eine andere (Olga Smirnowa) die Partie der Tatjana in der russischen Erstaufführung von John Crankos «Onegin»-Ballett übernehmen sollte. Insider vermuten, dass der Rauswurf von Bolschoi-Chef Iksanow auch auf ihr Konto geht. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine gekränkte Tänzerin mit guten Verbindungen nach ganz oben es geschafft hätte, einen Intendanten zu entthronen – man denke an die Ballerina Matilda Kschessinskaja, eine Geliebte Nikolais II., ...
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Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Magazin, Seite 100
von Alexej Parin
Kann das denn sein? Iréne Theorin, sonst Berlins und Mailands Brünnhilde, singt die Isolde bei der Kinderoper auf Probebühne IV? Und das bei allen zehn Vorstellungen in zehn Tagen? Ja, sie ist’s, sie winkt – und nimmt diese Aufgabe nicht weniger ernst als die Isolde in Marthalers Inszenierung im Festspielhaus nebenan, die sie einige Jahre verkörperte. Nun freilich...
Herr Sabadus, wo ist der erste Teil Ihres ursprünglichen Namens Barna-Sabadus geblieben?
Weg ist er. Das Label hat es so gewollt. Die Agentur auch. Barna – so heißt mein Vater, der unter diesem Namen adoptiert worden war. Ich denke: besser der Name kastriert als die Stimme.
Keine Sorge, Ihre Stimme klingt ganz und gar nicht kastriert. Obwohl es heute immer mehr...
Der Fortbestand des Opernensembles der Wuppertaler Bühnen ist gefährdet. Der designierte Opernchef und Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka, der das Sinfonieorchester Wuppertal bereits von 2004 bis 2009 als Chefdirigent leitete, will in Zukunft laut Medienberichten auf ein festes Sänger-Ensemble verzichten. Erst vor vier Jahren war das Opernhaus im Stadtteil...
