Skandale, Stillstand, Aufbruch

Nach durchwachsener Saison und dem Führungswechsel am Bolschoi Theater hofft Moskaus Opernszene auf bessere Zeiten

Opernwelt - Logo

Viel Freude kommt nicht auf, wenn man die vergangene Saison der Moskauer Musiktheater Revue passieren lässt. Vor allem deren Flaggschiff, das Bolschoi Theater, machte mehr mit Skandalen als mit spektakulären Aufführungen auf sich aufmerksam. Das Säure-Attentat auf Ballettdirektor Sergei Filin, das der Solotänzer Pavel Dmitritchenko in Auftrag gegeben haben soll, weil seine Lebensgefährtin Angelina Woronzowa nicht die Schwanenkönigin tanzen durfte – offenbar angestiftet von Woronzowas Lehrer Nikolai Ziskaridse.

Die Entlassung Nikolai Ziskaridses, der Unterschriften gegen Intendant Anatoli Iksanow gesammelt hatte. Schließlich der Fall der Primaballerina und Putin-Sympathisantin Swetlana Sacharowa, die sich nicht damit abfinden wollte, dass eine andere (Olga Smirnowa) die Partie der Tatjana in der russischen Erstaufführung von John Crankos «Onegin»-Ballett übernehmen sollte. Insider vermuten, dass der Rauswurf von Bolschoi-Chef Iksanow auch auf ihr Konto geht. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine gekränkte Tänzerin mit guten Verbindungen nach ganz oben es geschafft hätte, einen Intendanten zu entthronen – man denke an die Ballerina Matilda Kschessinskaja, eine Geliebte Nikolais II., ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Magazin, Seite 100
von Alexej Parin

Weitere Beiträge
Infos

Jubilare


Den deutsch-spanischen Dirigenten Rafael Frühbeck de Burgos, der sich insbesondere mit romantischem Repertoire einen Namen gemacht hat, führte seine Laufbahn nach Bilbao, Madrid, Wien und Düsseldorf, bevor er nach Berlin kam. 1992 wurde er Generalmusikdirektor der Deutschen Oper (bis 1997), 1994 übernahm er zusätzlich die Künstlerische Leitung des...

Zurück auf Start

 Unter einer gleißenden Sonntagmorgen-Sonne strömt die internationale Gemeinde der Rossiniani erwartungsfroh der Trinkhalle im Schwarzwälder Kurort Bad Wildbad zu. Als die letzten Akkorde der «Tell»-Apotheose in mächtigem Crescendo verrauscht sind, scheint der Vollmond über dem Enz-Tal. Dass man da elf Stunden mit Rossinis opus ultimum verbracht hatte, war nicht...

Zwei Schwestern

«Lulu» ausstaffiert oder amputiert? In der komplettierten, der Dreiakt-Version – oder als Fragment? Wollte Alban Berg diese Oper womöglich nicht vollenden? Hatte er etwa eingesehen, dass schon Wedekinds Doppeltragödie nach Doktor Schöns Tod problematisch war? Im Jahr 1962, als die nun auf DVD vorliegende legendäre Produktion unter Karl Böhm anlässlich der Wiener...