Singe mir ein neues Lied, die Welt ist verklärt
Herr Lang, «Who the fuck is Dora?», lautete der Slogan in ganz Stuttgart. Wie ist es zu «Dora» und der Zusammenarbeit mit Frank Witzel gekommen?
Ich kannte Frank Witzel vorher nicht, er wurde mir von der Staatsoper Stuttgart als Librettist vorgeschlagen. Es gab also zuerst einmal eine Zeit des Kennenlernens und dann des Nachdenkens. Vor allem las ich mich einmal durch sein gesamtes Werk, oder genau genommen habe ich damals angefangen und bin noch immer dabei. Dann begann die Arbeit an diesem Libretto, und das wurde ein echter Dialog.
Am Ende dieses Prozesses hatten wir eine Menge an historischen Bezügen verworfen, und plötzlich stand eine junge Frau aus der Jetztzeit im Zentrum. Das Schöne an Witzels Libretto ist, dass es keine Antworten gibt, sondern unsere zeitgenössische Situation beschreibt, und in der fehlen uns die Antworten. Wir sind ratlos – und wir sind auch argwöhnisch den Antwortgebern gegenüber. Da kann das Theater Dinge, die im Kino zum Beispiel schwierig sind.
Und zwar welche?
Im Theater kann man den Hollywood-Schluss vermeiden, das Fazit. Und so zeigt das Libretto letztendlich eine Suche, Doras Suche nach sich selbst. Dabei rückt sie uns zeitweise ein bisschen ...
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Opernwelt Jahrbuch 2024
Rubrik: Uraufführung des Jahres, Seite 38
von Walter Weidringer
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