Seelenräume
Mit realistisch ausgerichtetem Musiktheater würde man sich bei Mozarts «Idomeneo» mit seiner noch in vielem den Abläufen der alten Opera seria geschuldeten Form schwer tun. So verzichtete Kay Kuntze in seiner Bremer Regiearbeit denn auch auf wirklichkeitsgetreues szenisches Abbilden und verlegte sich auf eher rational durchgestaltete Bewegungsabläufe von distanzierter Emotionalität, bisweilen verlangsamt oder ritualisiert im Stil von Robert Wilson.
Affekte wurden unterstrichen durch charakteristische, expressive Gesten, und neu hinzuerfundene stumme Figuren – die Geister von erschlagenen Trojanern bei den Auftritten der Ilia etwa – dienten der Visualisierung unterschwelliger Stimmungen. Ein insgesamt unaufgeregtes, weniger an äußerlicher Dramatik denn an der Verdeutlichung von Seelenzuständen orientiertes Szenogramm, dem Werk gegenüber von subtilem, aber nie sich vordrängendem Deutungsanspruch.
Ganz ähnlich das mit neuesten technischen Mitteln gestaltete Bühnenbild der Bremer Licht-Designerfirma Urbanscreen. Diese «Lichtakrobaten», wie sie sich selbst bezeichnen, haben eine neuartige Videotechnik entwickelt, die passgenaue Projektionen auf ein reales Objekt ermöglicht. Für das ...
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Opernwelt Mai 2011
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Gerhart Asche
ARTE
1.5. – 6.00 Uhr
Ein Pianist lädt ein.
Konzert von Leon Fleisher im Pariser Salon der Fondation Singer-Polignac. Werke von Bach, Chopin, Debussy und Schubert.
1.5. – 10.10 Uhr
4./10./16.5. – 6.00 Uhr
17.5. – 5.55 Uhr
27.5. – 6.05 Uhr
Orlando di Lasso: Lagrime di San Pietro.
Collegium Vocale Gent, Philippe Herreweghe.
1.5. – 11.00 Uhr
8.5. – 6.00 Uhr
Eine Musikstunde mit...
Die Straßburger Bühne ist leer. Darauf nur Cheryl Barker als Emilia Marty. In einer Rückblende führt die 337-jährige Primadonna jenes lebensverlängernde Elixier zum Mund, das ihr Vater um 1600 für Kaiser Rudolf II. braute und das an ihr auszuprobieren war. Damals hieß sie Elina Makropulos, und die Initialen E. M. begleiteten sie denn auch durch ihr – inzwischen...
«Schäm’ dich!» – ein Zuschauer konnte sich nicht zurückhalten, als der römische Bürgermeister Gianni Alemanno vor der «Nabucco»-Premiere auf die Bühne des Teatro dell’Opera trat, um die gravierenden Subventionskürzungen im italienischen Kulturhaushalt anzuprangern, beschlossen von jener Regierung Berlusconi, die Kultur als etwas potenziell «Linkes» und damit...
