Schwerelos

Das Ensemble «Cembaless» mit Händels «Floridante»

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Die Geschichte ist so gut wie frei erfunden. Als Georg Friedrich Händel 1721 gemeinsam mit dem Librettisten Antonio Rolli daran ging, eine neue Oper für London zu komponieren, nutzten sie ein Textbuch, welches 23 Jahre zuvor schon für Marc’Antonio Zianis Bühnenwerk «La costanza in trionfo» Verwendung gefunden hatte. Es stammte aus der Feder von Francesco Silvani, wurde aber von Rolli einer grundlegenden Bearbeitung unterzogen. Historische oder literarische Quellen sind bis heute nicht aufgetaucht; man darf also davon ausgehen, dass es sie schlichtweg nicht gab.

Die Handlung von «Il Floridante» – sie ereignet sich im antiken Persepolis, zu unbestimmter, also mythischer Zeit – folgt dem seinerzeit typischen Muster: Auf der einen Seite sehen wir ein Liebestraumpaar (Elmira, Floridante) sowie eine weitere aparte Königstochter (Rossane), auf der anderen einen gemeinen Intriganten (Coralbo) sowie einen schwachen Herrscher (Oronte). Es kommt zu den üblichen Verwicklungen, am Ende aber, nach drei knackigen Akten, ist alles gut. Zumindest fast alles.

Wer das Werk zu kennen glaubt, wird sich bei der neuen Aufnahme mit dem Ensemble «Cembaless» indes einigermaßen verwundert die Ohren reiben. ...

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Opernwelt November 2026
Rubrik: Medien, Seite 44
von Jan Verheyen

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