Dunkle Labyrinthe
Der Fürst fröstelt. Und nichts an ihm verrät den stolzen Vornamen. Ein Löwe leidet nicht. Ein Mäuschen hingegen schon, zumal wenn da gleich zu Beginn eine Frauenleiche auf dem Boden liegt und auch die Musik des Andante-Vorspiels mit ihren dumpfen fortissimo-Schlägen und dissonant herniedersausenden Cluster-Akkorden alles andere als ein Idyll insinuieren.
Doch als würde dies nicht schon genügen, begegnet dem Gast gleich bei der ersten Gelegenheit neben dem verkommenen Millionenerben Rogoschin auch noch der Teufel höchstselbst, in Gestalt des schmierigschleimigen Speichelleckers Lebedjew. Krzysztof Warlikowski hat ihn in seiner geist- und ideenreichen, psychologisch tiefschürfenden Salzburger Inszenierung von Mieczysław Weinbergs lyrischem Drama «Der Idiot» umgedichtet; bei ihm ist Lebedjew nicht nur der Geist, der stets verneint, er ist auch der Geist, der immer alles weiß. Ein Mephisto, wie er im Buche steht. Und kaum hat dieser den armen Ritter von Puschkins Gnaden, dem die schöne Aglaja späterhin, in ihrer fliederduftenden Romanze im wiegenden 6/4-Takt, ein zärtlich zugeneigtes Klangbild schenken wird, in Augenschein genommen, ist er sich sicher: Das lohnt sich. An der Seite ...
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Opernwelt September/Oktober 2024
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Jürgen Otten, Lotte Thaler
arte
01.09. – 17.40 Uhr
Sergiu Celibidache und die Berliner Philharmoniker
Der junge Sergiu Celibidache formt nach dem Zweiten Weltkrieg die Berliner Philharmoniker. Als diese ihm zugunsten von Herbert von Karajan den Posten des Chefdirigenten verweigern, kommt es zum Bruch. Erst 1992 treffen Celibidache und das Orchester wieder aufeinander – auf Bitten des...
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