Schwanken darf sein
Flügelhelm gerade gerückt, Speer herausgestreckt, dann energisch aufs Opfer zugeschritten: «Hojotoho», entfährt es der aufstampfenden Aminta. Sir Morosus zuckt zusammen. Was natürlich alles nicht in der Partitur steht. Ebenso wenig wie Amintas sieben Monate währende Schwangerschaft. Doch eine vorgeblich Schüchterne, die auch noch anderes in die fingierte Ehe mitbringt, das passt.
Besonders wenn diese Aminta von Diana Damrau verkörpert wird, die von der baldigen Geburt ihres Sohnes bereitwillig in Interviews erzählt und bei den Münchner Opernfestspielen ihre letzte Premiere vor der Baby-Pause singt.
Als Titelheldin in der «Schweigsamen Frau» von Richard Strauss ist Diana Damrau auf der Bühne des Prinzregententheaters eine Selbstläuferin. Alles nimmt man ihr ab, vom schmolllippigen Liebchen bis zur aufgekratzten Spitzentonschleuder. Regisseur Barrie Kosky weiß und nutzt das natürlich. Mit feinem Komödien-Florett arbeitet er dabei nicht, serviert die Strauss-Oper vielmehr als Groteske inklusive Tortenschlacht und Transennummer. Was nicht unbedingt falsch ist: Der Humor dieses Werks ist bestenfalls ein ferner Verwandter von Mozarts subtiler Komik.
«Die schweigsame Frau», früher unter ...
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