Schüsse, Bisse
Hereinspaziert, hereinspaziert! Es ist schwer was los im Trierer Dreispartenhaus. Karl M. Sibelius, der neue Intendant, macht mächtig Dampf. Allein das Musiktheater stemmte zwischen Saisonauftakt und Jahresende fünf Premieren. Zuletzt war der Schauspieler, Regisseur und Kulturmanager, der nun in der Römerstadt alles anders machen will als sein Vorgänger Gerhard Weber, Intendant am kleinen Theater an der Rott im niederbayerischen Eggenfelden. Sibelius gilt als Wirbelwind, als Mann des Wandels, der Chancen sieht, wo andere die Waffen strecken. Deshalb haben ihn die Trierer Politiker berufen.
Man wollte einen Neustart. Das Haus soll sich neu erfinden, auch aus der Not. In eine Anstalt des öffentlichen Rechts soll es verwandelt werden, eine Modernisierung des sanierungsbedürftigen Gebäudes (Baujahr 1964) scheint in greifbare Nähe gerückt. Erstaunliche Pläne, wenn man bedenkt, dass noch vor Kurzem der Fortbestand des Theaters in Frage stand, ein Fall für die Rote Liste des Deutschen Kulturrats.
Sibelius ging das neue Amt forsch an, streitlustig, aber auch wetterwendisch. Ein Neubau? Erst wollte er, dann lieber doch nicht. Ein neuer Generalmusikdirektor? Erst pochte er auf eine ...
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Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Claus Ambrosius
Schon die Zeitgenossen des Komponisten hatten mit diesem als «große romantische Oper» annoncierten Werk ihre liebe Not. Nicht, dass die Musik der 1823 am Wiener Kärntnertortheater uraufgeführten «Euryanthe» enttäuscht hätte. Der Dreiakter bietet attraktives, anspruchsvolles Material für die Solisten wie für das Orchester. Aber war das, was Carl Maria von Weber da...
Der Mann im rotbraunen Samtsakko mit Fliege zündet sich zum Schluss genüsslich einen Glimmstengel an und hört mit sarkastischem Lächeln, wie die anderen ihn verabschieden. «Questo è il fin di chi fà mal», dies sei das Ende von jemandem, der Böses tue, behaupten sie. Weswegen der Mann im Samtsakko (es ist, erraten, Don Giovanni) sie dann auch in den Orkus schickt....
An Giuseppe di Stefano, Carlo Bergonzi oder Alfredo Kraus sollte man nicht denken, wenn Juan Diego Flórez (42), von schreckensschwarzen Chorrufen bedrängt, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona zum ersten Mal Lucia in den Bühnentod folgt. Elena Mosuc, bzw. ihr Stuntfrau-Double, ist in der aus Zürich übernommenen «Lucia di Lammermoor» des Pereira-Schützlings Damiano...
