Alles offen, viel Metall

Warum sind Bühnenbilder so oft Stimmenkiller? Wir brauchen Resonanzräume für den Gesang!

Opernwelt - Logo

Im Barocktheater war alles ganz einfach: Man spielte in festen Bühnenbildern, mehrfach gestaffelten Prospekten aus Holz. Veränderte Schauplätze wurden durch Umgruppierungen dieser Elemente erzielt, zudem garantierte der «arco scenico», also die gebogene Struktur über dem Bühnenportal, als «natürlicher» Reflektor gute akustische Verhältnisse für das, was auf den Brettern gesungen wurde.

Noch mehr Resonanzräume öffneten sich, wenn – wie etwa im Markgräflichen Opernhaus von Bayreuth oder im Teatro sociale von Bergamo – zum Schrecken heutiger Brandschutzbeauftragter auch im Zuschauerraum vorwiegend Holz verbaut worden war. Aus den letzten Jahren gibt es zahlreiche Veröffentlichungen italienischer Denkmalschützer, die historische Theatergebäude genau vermessen haben, um den Geheimnissen gelungener Raumakustik auf die Spur zu kommen.

Als Zuschauer lieben wir es freilich – nicht erst heute – gern abstrakt, aus guten ästhetischen Gründen. Weit in die Tiefe geöffnete Bühnenbilder mit wenigen Metallelementen auf der Seite sind keine Seltenheit. Zwar geben Lehrbücher für den Bau von Fernsehstudios Anweisungen, welche Materialien akustisch vorteilhaft sind. Für die Ausarbeitung von ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Einspruch aus dem Elfenbeinturm, Seite 75
von Anselm Gerhard

Weitere Beiträge
Heißgelaufen: Eine deutsche Traumarevue

Eine Kunstdebatte tobt in Hannover – die «Freischütz»-Inszenierung des Dortmunder Schauspielchefs Kay Voges hat sie ausgelöst. Nach dem Buh- und Bravo-Orkan der Premiere ging es erst richtig los. Der kulturpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Oliver Kiaman, rief den Kulturdezernenten zum Durchgreifen auf: Er solle «bei aller Freiheit der Kunst dafür Sorge...

Wurzelbehandlung

Sie ist die vergnügungssüchtige Schwester der Grand Opéra: die féerie. Um 1810 kamen die pompösen Märchenspektakel in Mode, eine letzte Blüte erlebte das Genre zu Beginn der politisch bewegten 1870er-Jahre, als sich das französische Publikum nur zu gern in bunte Traumwelten flüchtete. Die féerie setzt vor allem auf optische Reize und die Tricks der...

Apropos... Bloß keine Rituale

Wie kommt man als Hörgeräte-Akustikerin auf die Opernbühne?
Das war eher ein Ausflug, den Beruf finde ich übrigens noch immer interessant. Die Leidenschaft für den Gesang hatte ich im Schulchor entdeckt und merkte schon da, dass mir beim Singen keine Probenzeit zu lang ist. Ich habe mich trotzdem für die Lehre entschieden, weil ich bei den Aufnahmeprüfungen für...