In Thymos' Reich: Stefano Secco (Manrico), Lana Kos (Leonora), Ensemble der Oper Graz; Foto: Werner Kmetitsch

Schrill

Verdi: Il trovatore Graz | Oper

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Folgt man der Grazer Dramaturgin Marlene Hahn, so ging es Verdi im «Trovatore» nicht um eine nachvollziehbare Handlung mit klar gezeichneten Charakteren, sondern um eine bizarre Bilderfolge, einen «bunten Scherbenhaufen»; nur das konventionelle Libretto Salvadore Cammaranos habe ihn daran gehindert, völlig «modern» zu werden. Ben Baur, Regisseur und Bühnenbildner in Personalunion, nimmt sie beim Wort.

Die Geschichte, deren vermeintliche Verworrenheit schon viele Parodisten auf den Plan gerufen hat, spielt bei ihm im Deutschland der 1930er-Jahre, das aber nicht historisch konkret wird, sondern mehr als ästhetische Chiffre funktioniert.

Vermutlich inspiriert vom Film «Cabaret», inszeniert Baur eine schrillbunte Travestieshow, in der Ferrando (Wilfried Zelinka) als Conferencier fungiert. In den letzten beiden Akten kippt das Geschehen in einen makabren Totentanz um, ohne dass die Show-Dramaturgie, die sich kaum um eine logisch-schlüssige Erzählung schert, dabei aufgegeben wird. Baurs Bildeinfälle hätten für drei Inszenierungen ausgereicht, aber im beständigen Großeinsatz von Ballett, Bewegungschor und Statisterie geht das eigentliche Drama mehr und mehr verloren.

Musikalisch ...

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Opernwelt November 2017
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
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