Aus dem Nähkästchen
Auch die Bewohner von Elfenbeintürmen wollen wissen, was draußen in der Welt geschieht. Und so sei heute aus dem Nähkästchen geplaudert. Wenn die neue Nummer der «Opernwelt» im Briefkasten liegt, schaue ich gleich, was Christopher Gillett in seiner launigen Glosse zu erzählen hat. Und staune, was sich Auftraggeber im Operngeschäft alles herausnehmen. Im Vergleich dazu lebt ein Hochschullehrer im reinen Luxus, Stichwort: «Freiheit der Wissenschaft».
Doch Forschung lebt von ihrer Verbreitung.
Deshalb beteilige ich mich sehr gerne an dem, wofür im Italienischen das hässliche Wort «volgarizzazione» («Vulgarisierung») steht. Beim Schreiben eines Programmheftessays für eine Opernaufführung, eines Booklet-Textes für die Tonträgerindustrie (soweit dort überhaupt noch Booklets gestaltet werden) oder eines Beitrags für das «Opernwelt»-Jahrbuch kommen nicht nur frische Ideen. Der Zwang, möglichst allgemeinverständlich zu formulieren, schärft die (Forschungs-)Fragen und gibt neue Impulse für die wissenschaftliche Arbeit.
Nur: Was ist allgemeinverständlich? Da gibt es mit manchen Auftraggebern auch einmal längere und unangenehme Auseinandersetzungen. Notenbeispiele? Nein, das geht gar nicht. ...
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Opernwelt November 2017
Rubrik: Einspruch aus dem Elfenbeinturm, Seite 81
von Anselm Gerhard
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