Schön erzählt
Wer kann, der kann. Kopenhagen hat in den vergangenen Jahren mit durchweg hauseigenen Kräften einen «Ring» auf die Beine gestellt, der länger in Erinnerung bleiben wird als so manche Bayreuther Produktion nach Chéreau. Der dänische Regisseur Kasper Bech Holten erzählt die verschlungene, über Generationen wirkende Geschichte als Rückblende aus der Sicht Brünnhildes, die sich im Augenblick ihrer schwersten Lebenskrise in der Bibliothek auf dem Dachboden klarzuwerden versucht, wie es zur Katastrophe kommen konnte.
Holten siedelt die Handlung in einem nicht näher bestimmten, eigentlich ständig changierenden 20. Jahrhundert an, das selbst mythischen Charakter annimmt. Anfangs weckt er damit die Befürchtung, einmal mehr die Versatzstücke eines leidgewordenen Regietheaters abzuhaken, doch bald wird klar, dass diese Aktualisierungen kein Tribut an den Zeitgeist sind und auch keine Analogie à la «Walhall=Wallstreet» behaupten wollen, sondern als erzählerische Hilfsmittel fungieren, um den alten Mythos für heute wieder lebendig werden zu lassen. Holten hat die politische Ideengeschichte des vergangenen Jahrhunderts zwar im Hinterkopf, aber er drängt uns keine Deutungen auf, setzt uns ...
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Der Neue ist im Amt. Erstmals standen die Opernfestspiele im finnischen Savonlinna unter der künstlerischen Leitung des Dirigenten Jari Hämäläinen; er löste Raimo Sirkiä ab. Im Unterschied zum vergangenen Jahr gab es diesmal keine finnische Opern-Uraufführung – zumindest nicht für Erwachsene. Denn mit «Seitsemän koiraveljestä» («Die sieben Hundebrüder») von Markus...
Wagner gibt es in Bayreuth neuerdings mit Weißbier. Und auf dem Liegestuhl. Man kann sich auch die Beine vertreten, in die heiße Sommersonne blinzeln oder in der Kühlbox kramen, wenn Norbert Ernst, der David in Katharina Wagners «Meistersinger»-Inszenierung, gerade auf einer Riesenleinwand irgendwas von Merkern, Stollen und Abgesängen trällert. Direktübertragung...
Die exorbitanten Benzinpreise hatten offenbar auch viele sonst im eigenen Gefährt anreisende Besucher des Festivals von Glyndebourne dazu veranlasst, wie in alten Zeiten den Zug zu benutzen. Auf jeden Fall war der oben beim Ausgang der pittoresken Bahnstation von Lewes wartende Zubringerbus, ein geräumiger Doppeldecker, bald überfüllt und ließ etwa zwei Dutzend...
