Nach Sonnenfinsternis

Gerhard Persché über die Uraufführung von Peter Eötvös’ Musiktheater «Love and Other Demons» in Glyndebourne

Opernwelt - Logo

Die exorbitanten Benzinpreise hatten offenbar auch viele sonst im eigenen Gefährt anreisende Besucher des Festivals von Glyndebourne dazu veranlasst, wie in alten Zeiten den Zug zu benutzen. Auf jeden Fall war der oben beim Ausgang der pittoresken Bahnstation von Lewes wartende Zubringerbus, ein geräumiger Doppeldecker, bald überfüllt und ließ etwa zwei Dutzend Menschen zurück, die ihr Heil bei Taxis suchen mussten.

In unserem Falle durchaus ein Gewinn, denn der Fahrer, ein Mann von bukolischer Lebensfreude, erwies sich als amüsanter Cicerone in Sachen Sussex Downs im Allgemeinen und Festival im Besonderen.
So erfuhren wir unter anderem, dass Gus Christie (44), Enkel des Glyndebourne-Gründers und seit einigen Jahren Executive Chairman des Festivals, auch ein sehr guter Cricketer sei: «He could have been a very good profession­al, you know.» Und in der Tat präsentiert Gus sich auf dem Foto des Vorworts zum wie immer opulenten Programmbuch in Jeans und weichem blauen Baumwollhemd betont sportlich, weist Smoking und Fliege sozusagen weit von sich – eine optische Bestätigung seiner dem Vorwort als Headline vorangestellten Deklaration, die Leidenschaft Glyndebournes gelte der Oper nicht ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: Festspiele I, Seite 28
von Gerhard Persché

Vergriffen
Weitere Beiträge
Generalprobe

Das hat es bisher noch nicht gegeben: Klassik-Pop vom Grünen Hügel. Katharina Wagner macht’s möglich. «Sie liebt rockige Musik und Fitness», sagt der Erzähler in Dagmar Krauß’ achtzigminütiger Filmdokumentation über die Arbeit an der erstmals 2007 zur Diskussion gestellten «Meistersinger»-Produktion, mit der die jüngste Tochter Wolfgang Wagners ihren Anspruch auf...

Vergessenes Wunderkind

«Città del festival» steht auf dem Ortsschild von Martina Franca. Zu Recht, denn eine Reise in das reizvolle Itria-Tal in Süditalien lohnt, weil man Werke hören kann, deren Titel man sonst, wenn überhaupt, nur aus Lexika kennt. Jeweils drei Opern stehen von Mitte Juli bis Anfang August für je zwei Vorstellungen unter freiem Himmel im Innenhof des Palazzo Ducale mit...

Trivial

Manche Angelegenheiten des Lebens und der Kunst gewinnen an Kontur, werden vielleicht sogar anmutiger oder zumindest angenehmer, wenn man sie ein zweites Mal sieht. Nicht so diese. Die «Manon»-Inszenierung des Amerikaners Vincent Paterson, zu der sich im Frühling vergangenen Jahres in der Berliner Lindenoper ein gülden glitzernder Vorhang hob (siehe OW 6/2007), ist...