Nach Sonnenfinsternis

Gerhard Persché über die Uraufführung von Peter Eötvös’ Musiktheater «Love and Other Demons» in Glyndebourne

Die exorbitanten Benzinpreise hatten offenbar auch viele sonst im eigenen Gefährt anreisende Besucher des Festivals von Glyndebourne dazu veranlasst, wie in alten Zeiten den Zug zu benutzen. Auf jeden Fall war der oben beim Ausgang der pittoresken Bahnstation von Lewes wartende Zubringerbus, ein geräumiger Doppeldecker, bald überfüllt und ließ etwa zwei Dutzend Menschen zurück, die ihr Heil bei Taxis suchen mussten.

In unserem Falle durchaus ein Gewinn, denn der Fahrer, ein Mann von bukolischer Lebensfreude, erwies sich als amüsanter Cicerone in Sachen Sussex Downs im Allgemeinen und Festival im Besonderen.
So erfuhren wir unter anderem, dass Gus Christie (44), Enkel des Glyndebourne-Gründers und seit einigen Jahren Executive Chairman des Festivals, auch ein sehr guter Cricketer sei: «He could have been a very good profession­al, you know.» Und in der Tat präsentiert Gus sich auf dem Foto des Vorworts zum wie immer opulenten Programmbuch in Jeans und weichem blauen Baumwollhemd betont sportlich, weist Smoking und Fliege sozusagen weit von sich – eine optische Bestätigung seiner dem Vorwort als Headline vorangestellten Deklaration, die Leidenschaft Glyndebournes gelte der Oper nicht ...

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Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: Festspiele I, Seite 28
von Gerhard Persché

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