Schneidende Wucht

Wagner: Der fliegende Holländer Frankfurt / Oper

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Zwei Grundfragen machen in Drama, Musik, Roman und Film zu schaffen: wie anfangen, wie enden? Wobei Komponisten nicht selten der Beginn leichter fällt als der Schluss, das Fragmentproblem sich als Sonderfall erweist. Bei Wagner gar gehen Lösung und Erlösung Hand in Hand, die Schwierigkeiten sind komplementär. So ist es kein Zufall, dass er gerade an den ersten Hauptwerken («Holländer», «Tannhäuser») zeitlebens laborierte, schließlich fand, er «schulde» den «Tannhäuser» noch.

In der Tat wirkt der Schluss heikel, ungelöst, unerlöst: Die Erlösung, die dem Irrenden durch das «Weib» zuteil werden soll, bleibt fraglich, auch kompositorisch. Entsprechend angeklebt klingt auch das finale Senta-Motiv schon in der «Holländer»-Ouvertüre. Während die knapp-fatalistische Frühfassung hart die Tröstlichkeit verweigert. Doch das Aufflammen der d-Moll-Ouvertüre gehört zu den packendsten Eröffnungen, würde schon für sich Wagners Rang sichern, analog zum d-Moll-Sturm der «Walküre», deren «Feuerzauber» freilich höchst wirksam flammt.

Auch die Frankfurter Premiere beginnt als tönender Schlag vor den Kopf, so unmittelbar springt einen die hohle Quinte an: ein wahres Sturmstück, ins Frenetische ...

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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Gerhard R. Koch

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