Schein und Sein in Wien

Die Volksoper kombiniert den «Bajazzo» mit Henzes «Wundertheater», die Neue Oper bringt ein neues Woyzeck-Stück heraus und drängt in die Kammeroper, wo künftig auch das Theater an der Wien und andere freie Gruppen spielen sollen

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«The Show must go on! Inside my heart is breaking, my make-up may be flaking, but my smile, still, stays on!» Der Refrain des Songs, mit dem der bereits schwerkranke Freddy Mercury einen letzten Hit landete, klingt verdächtig nach dem «Vesti la giubba» Canios. An der Wiener Volksoper steht Leoncavallos «Bajazzo» gerade auf dem Programm, für einmal nicht mit Mascagnis «Cavalleria rusticana» zusammengespannt, sondern mit Hans Werner Henzes «Wundertheater» (1949) – ein Abend der Untersuchungen über das Wechselspiel von Schein und Wirklichkeit.



Henzes erstes Stücks fürs Musiktheater stammt klar erkennbar aus der Nachkriegszeit. Als Vorlage dient ein Intermezzo von Cervantes: Eine Theatertruppe spielt bei der Aufführung in einer spanischen Kleinstadt mit der Massensuggestion – nur wer brav katholisch und ehelich geboren sei, könne die Darbietungen sehen. Da keiner sich in dieser Hinsicht Blößen geben will, behaupten natürlich alle, das wahrzunehmen, was nicht existiert: den großen Samson, die tanzende Herodias oder das Ballett der Mäuse. Bis ein Polizist dem Treiben ein Ende zu setzen sucht, aber dabei zum Opfer der populistischen Hysterie wird. Jörg Schneider, Martina Dorak, ...

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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Gerhard Persché

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