Opernlaboratorium
Folgt man Vergil, dann stirbt Dido am Ende einsam und verlassen. Doch Francesco Cavalli und sein Librettist Francesco Busenello schenken der karthagischen Königin nicht nur ihr Leben, sondern auch noch einen Gatten. Der schwer verletzte, überraschend von Merkur gerettete König Jarbas überzeugt Dido während ihres (scheiternden) Selbstmordversuchs von einem künftigen Leben zu zweit.
Bevor man das frohe Finale eines sehr langen Opernabends im Paris erlebt, gibt es allerdings einige Merkwürdigkeiten. Das fängt beim Aufführungsort an.
An der Prachtstraße selbigen Namens sucht man das Théâtre des Champs-Elysées nämlich vergebens. Von den Champs-Elysées geht es ein gutes Stück die Avenue Montaigne hinein; nach dem Passieren unzähliger Boutiquen taucht dann plötzlich das Theater auf. Rote Teppiche führen ins Foyer, wo frischer Schinken gehobelt wird. Es fließen Champagner und Wein – ein schöner Kontrast zu labbrigen deutschen Theaterwürsteln oder schalem Opernpils. Die Garderobe ist gratis, dafür sammeln die Platzanweiser Geld mit dem Klingelbeutel ein...
Zum elegant skurrilen Ambiente des Theaters passte Clément Hervieu-Légers Inszenierung. Der Regisseur arbeitet seit Längerem als ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Jörn Florian Fuchs
Im nächsten Jahr wird der 200. Geburtstag Giuseppe Verdis gefeiert, da stehen uns wohl eine Menge – und ich fürchte: größtenteils überflüssige – CD- und DVD-Publikationen ins Haus. Dass seine Opern keine Selbstläufer sind, sondern echte Herausforderungen an Sänger, Dirigenten und Regisseure darstellen, belegt das Angebot an historischen und neuen Live-Aufnahmen der...
Stimmkrisen – ein heikles Thema. Eines, über das nur wenige offen reden. Wer es dennoch tut, könnte sich schaden. So kommt es, dass Fragen nach Stimmverschleiß und Stimmoperationen, überhaupt nach Stimmerkrankungen nur selten öffentlich diskutiert werden. Dabei gehören sie mehr denn je zum Sänger- und Musikmarkt. Klar: Schon Enrico Caruso musste sich an den...
Eine letzte «Fledermaus» kurz vor der dreijährigen Sanierung, eine über dreistündige Abschiedsgala und ein lakonisches Motto für die nächste Zeit: «Heute hier, morgen dort». Ab sofort ist das Ensemble des Gärtnerplatztheaters auf der Walz. Münchens zweites Haus, traditionell ein Ort der Solistenfamilie und ein Hort des Repertoiretheaters, wird im Doppelsinne...
