Schale neue Welt
Frauentag, Feiertag (wenngleich nur in der Hauptstadt), Freudentag. Ob es nun Zufall war oder hellsichtige Planung – für genau diesen Tag die Premiere von Bedřich Smetanas komischer Oper «Die verkaufte Braut» anzusetzen, besaß einen gewissen Charme, zumal mit Mariame Clément eine feministisch-aufgeklärte Regisseurin ihr Debüt an der Semperoper gab. Und wieder einmal bewies die Französin, welch feines Florett sie zu führen vermag. Doch der Reihe nach.
Denn das erste Wort hat die Musik.
Fortissimo, vivacisssimo wünscht sich der Komponist die F-Dur-Ouvertüre, ein furioses Fugato, das schon einige Dirigenten und so manches Orchester ins Schwitzen brachte. Nicht so Tomáš Netopil und die famose Staatskapelle Dresden. Messerscharfe Artikulation, pikante Akzente, ein generell erfrischender Drive – das alles ist vom Feinsten. Und etabliert mit der ausgestellten Ironie der folkloristischen Tanzeinlage durch das Ballett die Stoßrichtung dieses Abends: Vordergründig dominieren Ironie, Scherz und Satire, doch gleich dahinter lugt die herbe Kritik an einer materialistischen Gesellschaft hervor.
Clément und ihre Ausstatterin Julia Hansen haben die Geschichte in eine geschmacklos eingerichtete ...
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Opernwelt Mai 2019
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Jürgen Otten
Sommer 1809: Ganz Europa ist von Napoleon besetzt. Französische Truppen stehen in Dresden und Warschau, Triest und Hamburg. Marionetten aus Bonapartes Verwandtschaft regieren in Madrid, Kassel und Neapel. Ganz Europa? Nein, in Parma hält ein Graf Scotti Hof, als sei das Ancien Régime nie untergegangen. Bei dem in der Heimat weilenden Ferdinando Paer bestellt er...
Gehen ohne zu verschwinden. In nächster Nähe sternenweit entfernt. Mit Händen zu greifen und doch unerreichbar. Sprachloser Schwebe ausgeliefert, gefangen zwischen Leben und Tod. So lange der Körper versorgt wird, das Blut pulsiert wie vorher. Vor dem alles entscheidenden Moment, als das Bewusstsein versank in tiefe Nacht. Und mit ihm die Fähigkeit, Kontakt zu...
Detlev Glanert
Ein leidenschaftlicher Leser war er immer. Ein Literaturliebhaber, der sich für Randständiges interessiert. Sonahm er sich für seine neue Oper eine kaum bekannte, unvollendete Novelle von Theodor Fontane vor – alsHommage zu dessen 200. Geburtstag: «Oceane». Die Uraufführung an der Deutschen Oper Berlin wird von GMD Donald Runnicles und Robert Carsen...
