Schadensbegrenzung
Es ist das alte Lied: Hinterher will es niemand gewesen sein. Steckt der Karren erst mal im Dreck, fragen sich alle mit ernster Unschuldsmiene, wie er wohl dahin gekommen ist. Dann hebt die Suche nach den Schuldigen an, und dabei wird der Zeigefinger gern auf Mitfahrer gerichtet, die erst aufgesprungen sind, als das Gefährt längst auf falschem Kurs war. In diesem Stadium wird viel und aufgeregt geredet – selten miteinander, umso mehr übereinander. Wenn nun noch Marktschreier auftreten, die für die eine oder andere Partei Stimmung machen, ist die Malaise perfekt.
So wie in Leipzig. An den jüngsten Turbulenzen um die dortige Oper lässt sich exemplarisch ablesen, wie dieser Mechanismus funktioniert. Da bestellt die Stadt einen Star-Dirigenten zum Generalmusikdirektor der Oper, der nie einen Zweifel daran ließ, dass er den Schwerpunkt seiner Arbeit als Konzertkapellmeister des Gewandhausorchesters sieht. «Die Verabredung mit dem Oberbürgermeister war, dass in Abstimmung mit dem Orchestervorstand und mir ein Musikdirektor und ein Ständiger Gastdirigent verpflichtet werden, die sich um die Opernarbeit des Orchesters kümmern», erklärt Riccardo Chailly im Gespräch mit dieser Zeitschrift. ...
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Seien wir ehrlich: Dies Werk zu (be-) greifen, ist schlichtweg ein Akt des Unmöglichen. Zu mäandernd fließt der Strom der Gedanken, zu üppig gestaltet sich die Ausschweifung des Geistes, und vor allem: Zu (entstehungs)zeitimmanent ist vieles, um es heute noch ins rechte Licht der Erkenntnis rücken zu können. Selbst ausgewiesene Kenner der Materie raten deshalb zu...
«Schlag nach bei Shakespeare», trällern die beiden Ganoven in Cole Porters Broadway-Genie-Streich von 1948. Das Ziel, von der renitenten Schauspielerin Lilli Vanessi alias Katharina die Spielschulden ihres (natürlich immer noch geliebten) Verflossenen Fred Graham alias Petruchio einzutreiben, haben sie zwar nicht erreicht. Und auch der in flotter...
Quelvecchio maledivami – der Fluch des Monterone trifft Rigoletto schon während des kurzen Vorspiels, wenn er aus dem Kasten des Souffleurs klettert und einen grünen Overall über seinen Straßenanzug zieht. Er schminkt sich und setzt sich das Signum seiner Arbeit auf: die Narrenkappe. Seine Wirkungsstätte – «eine prachtvolle Halle im Palazzo des Duca di Mantua»...
