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Hindemith: Mathis der Maler Dresden / Semperoper

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Dass man diesen ungekürzt gegebenen, fast vier Stunden dauernden »Mathis« sofort noch einmal hören möchte – das ist zunächst einmal Markus Marquardt zu danken, der bereits dem mordenden Goldschmied Cardillac (2009 unter Fabio Luisi, in einer Inszenierung von Philipp Himmelmann) am Uraufführungsort prägnant Stimme und Gestalt verliehen hatte, und nun Mathis, diesen Hybrid-Künstler, durch viele Epochen und ästhetische Idiome verkörpert. Vor allem aber ist die Lust durch die Musik selbst geweckt.
MATHIS DER MALER – Paul Hindemith – Semperoper Dresden from Theater-TV on Vimeo.


Unter Simone Youngs Stabführung klingt «Mathis der Maler» beinahe unheimlich zeitgemäß, vieldimensional, facettenreich. Vor 50 Jahren wollte Hindemith das Stück selbst in Dresden ­dirigieren, gab das Engagement jedoch brüsk ­zurück, als er sich von Dresdner Kulturbonzen propagandistisch vereinnahmt sah. Die Kontroverse um das Primat der Kunst vor der Politik wurde damals u. a. in der «Sächsischen Zeitung» ausgetragen. Von der «Engelmusik» zu Beginn, in der Young die Szenerie wie ein Panoramabild von Werner Tübke ausbreitet, mit scharfem Auge fürs Detail, aber eben auch dem Blick fürs große Ganze, bis zu den ...

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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Martin Morgenstern

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