Sängerfest
Zuallererst war es eine Sternstunde des Belcanto: «La donna del lago» an der Scala (eine Koproduktion mit der Opéra National de Paris). Hervorragend besetzt mit dem tenore di grazia Juan Diego Flórez und der virtuosen Joyce DiDonato, die als schottische Nixe in der Titelrolle ihre Koloraturen perlen ließ wie kristallklares Highland-Wasser. Zugleich aber wirkte die Produktion in der geradezu dreist einfallslosen Regie von Lluis Pasqual wie ein Todesurteil für die klassische Opera Lirica als lebendige Kunstform.
Im Programmheft erläutert der katalanische Regisseur, der sich immerhin seit gut dreißig Jahren mit Opernregie beschäftigt, mit schwer zu leugnender Hybris, man wisse ja, dass zur Entstehungszeit der Oper im 19. Jahrhundert Regie schlicht inexistent war. Diese Einsicht reichte offenbar für den Freibrief: Es fand keine Personenregie statt. Über drei Stunden passierte auf der Riesenbühne der Scala rein gar nichts. Das muss man Pasqual erst einmal nachmachen. Für einen konzertanten Abend mit Rampengesang wirkte die edel goldgrundierte Szenerie dann aber doch arg überteuert. Ezio Frigerio baute für die Oper nach einem romantischen Stück von Walter Scott ein Halbrund mit ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Birgit Pauls
ARTE
1./7./13./19.12. – 6.00 Uhr
Gesangwettbewerb
«Régine Crespin».
Orchestre National de France, Ber-
trand de Billy. Moderation: Chiara Muti.
2./8.12. – 6.00 Uhr
Paavo Järvi interpretiert
Schumann und Mozart. Deutsche Kammerphilharmonie Bremen. Solistin: Alina Ibragimova.
4.12. – 6.05 Uhr
Musik – ein Fest fürs Leben.
Dokumentation von Alexander Lück und Daniel Finkernagel...
In gefühlten Es-Dur-Brechungen wallt es «Rheingold»-artig aus dem Orchestergraben herauf. Ein nächtlicher Highway schlängelt sich einer fernen Gebirgssilhouette entgegen. Vorn bricht ein Schwert durch den Asphalt: Excalibur. Ein Cadillac aus den Seventies parkt am Straßenrand. Das Warnlicht blinkt. Ein mittelalter, gedrungener Mann hat den Kopf auf das Lenkrad...
Georg Philipp Telemann hat in seiner Hamburger Zeit zwischen 1722 und 1738 rund ein Dutzend Opern von Händel aufgeführt. Die Einflüsse des italienischen Stils sind in «Flavius Bertaridus», seinem vorletzten Werk für die Oper am Gänsemarkt, deutlich spürbar. Dass dort auch exzellente Virtuosen tätig waren, belegen die vielen groß angelegten Arien. Nur eine einzige...
